Sorgen bereitet den Teichwirten allerdings der Kormoran: Der Vogel sei mittlerweile so gefräßig, dass er oft bis zu vier Fünftel der eingesetzten Karpfen vertilge, sagte Brunner.
Die Erntemenge in Bayern werde in diesem Jahr dennoch einen ähnlichen Stand wie in den Vorjahren erreichen, berichtete Brunner. 6000 Tonnen Fisch wird in den kommenden Wochen in den Karpfenteichen in Bayern gefangen. Ein Karpfen sei ein hochwertiges und frisches Produkt, sagte Brunner. Vor dem Abfischen der Teiche wachsen die Karpfen drei Jahre heran und bekommen lediglich Getreide als Beifutter.
Um dem Kormoran Herr zu werden, riet der Politiker zu einer bundesweit einheitlichen Strategie. Vor einigen Tagen hatte der Deutsche Fischerei-Verband (DFV) eine Regulierung der Bestände gefordert. Der Kormoran-Bestand in Deutschland müsse um die Hälfte reduziert werden, hatte DFV-Präsident Holger Ortel betont: «Wir haben in Deutschland etwa 140 000 Kormorane - und die fressen 20 000 Tonnen Fisch im Jahr. Der wirtschaftliche Schaden ist immens.»
Der Kormoran raube mehr Fische aus dem Wasser, als alle rund zwei Millionen Angler im Jahr aus deutschen Gewässern zögen. Der Vogel dürfe nicht als «Sündenbock» herhalten, sagte Artenschutzreferent Andreas von Lindeiner vom bayerischen Landesbund für Vogelschutz (LBV). Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der LBV haben das Tier zum Vogel des Jahres erkoren.
