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Bio-Höfe sollen zum Vorbild werden

Bund Naturschutz fordert Bekenntnis zum ökologischen Landbau - 05.02.2013 10:22 Uhr

Nürnberg  - Damit das von der Staatsregierung angekündigte Förderprogramm für den ökologischen Landbau zum Erfolg wird, fordert der Bund Naturschutz (BN) ein umfassendes und mit allen Feldern der Politik vernetztes Maßnahmenpaket. Außerdem müssten die Biobauern endlich auch dafür belohnt werden, dass ihre Anbaumethoden der Umwelt zugute kommen, unterstrich BN-Landesvorsitzender Hubert Weiger am Montag bei einem Pressegespräch in Nürnberg.

Die Kräuter auf dem Hof von Tanja Dworschak in Kraftshof werden bereits seit 1994 nach ökologischen Richtlinien angebaut.
Die Kräuter auf dem Hof von Tanja Dworschak in Kraftshof werden bereits seit 1994 nach ökologischen Richtlinien angebaut.
Foto: Eduard Weigert
Die Kräuter auf dem Hof von Tanja Dworschak in Kraftshof werden bereits seit 1994 nach ökologischen Richtlinien angebaut.
Die Kräuter auf dem Hof von Tanja Dworschak in Kraftshof werden bereits seit 1994 nach ökologischen Richtlinien angebaut.
Foto: Eduard Weigert

Der BN sieht in der Ankündigung des bayerischen Landwirtschaftsministers Helmut Brunner, den Anteil des Öko-Landbaus in Bayern mit Hilfe eines Landesprogrammes bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln, ein wichtiges Signal, dem nun aber konkrete Maßnahmen folgen müssten. Forschungs- und Bildungseinrichtungen seien hier gefordert, und für den Aufbau einer effektiven Regionalvermarktung müssten mehr Mittel zur Verfügung stehen, meinte die BN-Agrarreferentin Marion Ruppaner.

„Wir haben uns schon vor Jahrzehnten zu diesem Leitbild bekannt“, blickte Weiger zurück. Immerhin gelte Bayern mittlerweile bereits als der größte Nachfragemarkt für Bio-Lebensmittel in Deutschland. Dennoch herrscht auch in diesem Bereich noch großer Nachholbedarf, wenn man etwa den konsequenten Öko-Kurs des Nachbarlandes Österreich als Maßstab nehme.


Bereits im Kindergarten und dann auch in der Schule müsste der Wert von Lebensmitteln aus dem Ökolandbau besser vermittelt werden, forderte der BN-Vorsitzende. Die Erzeugnisse der Bio-Landwirte müssten auch verstärkt ihren Weg in Betriebskantinen und Krankenhäuser finden. Unabdingbar auf diesem Weg sei eine entsprechende Förderung des ökologischen Landbaus, die den damit verbundenen positiven Auswirkungen auf die Umwelt Rechnung trage.

„Es ist zwar eine große Nachfrage da, aber die Preise passen nicht“, machte Biobauer Andreas Walz aus Amberg auf eines der zentralen Probleme aufmerksam. Er hat seinen Hof auf den Anbau von Emmer und anderen Urgetreidearten umgestellt. Um die noch bestehende Lücke in punkto Wirtschaftlichkeit zu schließen, müssten seine und andere Bio-Produkte gerade auf regionaler Ebene stärker bekanntgemacht und beworben werden. Nach wie vor profitiere der Handel vom Bio-Boom deutlich mehr als die Erzeuger.

Ähnlich wie Bio-Bauer Walz, der sich seiner Sache „mit viel Herzblut“ verschrieben hat, sieht dies auch Dieter Wittmann, Betreiber des Restaurants „Wittmanns Bio Essen+Trinken“ in der Beckschlagergasse. „Mein Ziel ist es, soweit wie möglich, bei Erzeugern aus der Region einzukaufen“, so Wittmann. In Norddeutschland hätte er mit dieser Linie keine Chance gehabt. Das Lokal verfügt mittlerweile zwar schon über einen Gästekreis aus dem In- und Ausland, befinde sich aber immer noch in der Aufbauphase und sei erst „fast kostendeckend“. Wegen der nach wie vor eingeschränkten Bezugs-Möglichkeiten stoße man auch bei größerem Gästeaufkommen – etwa zu Messezeiten – rasch an die Grenzen.

Die Öko-Betriebe dürften nicht in Nischen konserviert werden, sondern müssten langfristig zum Leitbild erhoben werden, forderte der BN-Landwirtschaftssprecher Stephan Kreppold. Außerdem sollten die Preise endlich die „ökologische Wahrheit“ widerspiegeln und zum Beispiel den hohen Folgekosten der konventionellen Landwirtschaft Rechnung tragen.

„Mit Bioanbau müsste man keine Trinkwasseranlagen aufgrund der Belastung mit Pflanzenschutzmitteln schließen“, nannte der Biobauer aus dem Landkreis Aichach-Friedberg ein Beispiel aus seiner Region. „Es sind nicht die Bio-Produkte zu teuer, sondern die konventionellen Produkte zu billig“, bekräftigte auch Hubert Weiger.
  

Clemens Helldörfer


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