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Neue Ausstellung: Das Handwerk in der Reichsstadt

Nürnberger Tand aus Meisterhand im Museum |22|20|18| Kühnertsgasse - 01.02.2013 10:00 Uhr

Nürnberg  - In einer neuen Ausstellung stellt das Museum |22|20|18| Kühnertsgasse das Handwerk in der Reichsstadt Nürnberg in den Mittelpunkt. "Nürnberger Tand aus Meisterhand" gibt einen Einblick in die Arbeit, die Organisation und das gesellschaftliche Leben der Menschen, die Nürnberg im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit zur wirtschaftlichen Blüte brachten.

Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Nürnberger Handwerk. Daniela Seman vom Verein der Altstadtfreunde zeigt zwei Exponate: einen Krug und das Wanderbuch eines Gesellen aus dem 19. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Nürnberger Handwerk. Daniela Seman vom Verein der Altstadtfreunde zeigt zwei Exponate: einen Krug und das Wanderbuch eines Gesellen aus dem 19. Jahrhundert.
Foto: Eduard Weigert
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Nürnberger Handwerk. Daniela Seman vom Verein der Altstadtfreunde zeigt zwei Exponate: einen Krug und das Wanderbuch eines Gesellen aus dem 19. Jahrhundert.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht das Nürnberger Handwerk. Daniela Seman vom Verein der Altstadtfreunde zeigt zwei Exponate: einen Krug und das Wanderbuch eines Gesellen aus dem 19. Jahrhundert.
Foto: Eduard Weigert

Eine der Grundlagen des damaligen Wohlstands ist unscheinbar, nur wenige Millimeter dick: der Metalldraht. Aus ihm ließen sich Ringelpanzer fertigen, Nadeln, Haken, Ösen, Ketten, Siebe und vieles mehr. Allein für ein Kettenhemd bog ein Handwerker aus Draht 10000 Ösen, die er schließlich zusammenwand.

Das Zentrum der Drahtproduktion war Nürnberg – unter anderem deswegen, weil die Franken ständig neue gewitzte Ideen hatten, mit denen sie schneller und besser arbeiteten als die Handwerker anderer Städte. „Dieser Einfallsreichtum war damals als Nürnberger Witz bekannt“, erklärte Daniela Seman von den Altstadtfreunden. Zusammen mit der ehemaligen Vereinsvorsitzenden Inge Lauterbach hat sie die Ausstellung konzipiert.

Dem „Tand“ – hochwertigen Qualitätsprodukten – widmen sich drei Themenbereiche. Während der erste die Gründe erklärt, die im Nürnberg des 15. und 16. Jahrhunderts ein breit gefächertes Handwerk entstehen ließen, beschäftigt sich der zweite Teil mit der Organisation.

Dazu gehörte auch eine penible Qualitätskontrolle der hergestellten Produkte: Im heutigen „Bratwursthäusle“ mussten die Handwerker ihren Tand beschauen lassen. Wer durchfiel, dem wurde der begehrte Stempel mit dem Nürnberger Stadtwappen verweigert.

Das Rugamt, vergleichbar mit der Gewerbeaufsicht, führte bis 1809 ein strenges Regiment. Bestehend aus vier Ratsherren und dem Stadtpfänder, schützte es die Besitzstände Nürnbergs. Mit teilweise drastischen Mitteln: So untersagte das Rugamt das Gesellenwandern für manche exportorientierten Handwerke wie das Kompassmachen. Diese sollten nur der Stadt vorbehalten sein. Neu angenommene Lehrjungen mussten schwören, das Handwerk nirgendwo sonst auszuüben, es gab Auswanderungsverbote.

Das Leben eines Handwerkers im Mittelalter war anstrengend, weitgehend machtlos und streng reglementiert. Umso willkommener war jede Abwechslung, die sich bot: Straßenumzüge, Meistergesang, Fischerstechen, Schembartlauf. In diesem dritten Themenbereich ist auch zu erfahren, was 1658 Stadtgespräch war: die 430 Meter lange und 514 Pfund schwere Riesenbratwurst, die von zwölf Metzgersgesellen bei einem Umzug über den Hauptmarkt getragen wurde.

Ausstellung vom 2. Februar bis 15. September in der Kühnertsgasse 22. Geöffnet Mi., Sa., So. von 14 bis 17 Uhr. Eintritt 3 Euro. Für Führungen anmelden unter 241393 bei den Altstadtfreunden. 

Ngoc Nguyen


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