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Die Industrie- und Handelskammer hat deswegen gemeinsam mit der Handwerkskammer einen mutigen Schritt getan und das Kontingent an Tests im Vergleich zur Pilotphase im Vorjahr erheblich ausgeweitet. Die guten Erfahrungen, die in den ersten Wochen nach dem Start Ende April zum zweiten Durchgang gesammelt wurden, haben Wirkung gezeigt.
Bayernweit haben sich andere Industrie- und Handelskammern ein Beispiel an den Nürnberger Aktivitäten genommen und ebenfalls den Talentcheck in ihr Programm für Berufseinsteiger aufgenommen, erzählt Udo Göttemann stolz. Der Leiter des Fachbereichs Berufsausbildung bei der IHK Mittelfranken hat das Projekt von Anfang an begleitet und auf Informationsveranstaltungen für Lehrer und Ausbilder die Vorteile dieses Kompetenztests vorgestellt.
In Passau gingen Lizenzen direkt an die Schulen
Vier weitere Kammern haben nun nachgezogen und ein eigenes Kontingent an Tests gebucht. Allerdings werde der Einsatz regional höchst unterschiedlich gehandhabt, berichtet Göttemann. In Passau habe man die Lizenzen direkt an die Schulen verteilt und somit einen direkten Zugang zu den Prüfungsfragen gelegt. In Nürnberg arbeiten die Kammern ausschließlich mit den Hauptschulen zusammen, aber für alle anderen ist der Zugang über das NZ-Angebot frei.
Über die Resonanz der Präsentation in Bayreuth hat sich Göttemann ebenfalls gefreut. Dort haben vor allem Unternehmen die Qualität der Ergebnisse sehr positiv beurteilt. Einige hätten sogar angekündigt, künftig vom eigenen Eignungstest auf dieses Angebot umzusteigen.
Häufig werden die Kontingente von Schulklassen reserviert und dann zum Schuljahresanfang durchgeführt, beobachtet Rainer Möller, Geschäftsführer von Willmy CC, der als weiterer Kooperationspartner die technische Seite des Projekts abwickelt. «Man muss begreifen, dass zur Berufsorientierung mehr gehört als Klicks und ein paar Ergebnisse», unterstreicht er den Eindruck der Bayreuther Firmenchefs. Wichtig sei der Abgleich zwischen den Interessen der Teilnehmer und den Ergebnissen über ihre Fähigkeiten. Der NZ-Talentcheck liefert darüber hinaus Vorschläge, in welchen Berufsfeldern die Kandidaten gute Chancen hätten.
Nürnberg als Vorbild für die Landeshauptstadt
Neben Regensburg hat sich auch die Münchner IHK an Nürnberg orientiert. Sie hat mehr als 10 000 Tests geordert und wird im Herbst mit der Aktion beginnen. Göttemann ist darüber besonders glücklich, weil Nürnberg zum zweiten Mal für die Landeshauptstadt als Vorbild dient. Schon der Ausbildungsatlas stieß auf ein positives Echo und wird in einer modifizierten Form künftig ebenfalls angeboten.
Auch über Bayern hinaus zieht der Talentcheck Kreise. Zu den Interessenten gehört neben anderen die IHK Stuttgart, und in Hessen wurde das Projekt ebenfalls schon in einigen Städten präsentiert. So umfassend und offen wie in Nürnberg ist das Angebot bisher aber nirgends.
Stärken stärken: Unter diesem Motto steht der NZ-Talentcheck. Er wird für Privatpersonen und Schulklassen aller Schultypen kostenlos unter www.nz-online.de im Internet angeboten. Die Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer für Mittelfranken und der Willmy Verlag unterstützen das Projekt. Ein Zertifikat bescheinigt die Leistungsfähigkeit der Kandidaten.

