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63. Winterball der Nürnberger Hochschulen

Von Chaos und zauberhaften Kaninchen - 30.01.2013 10:00 Uhr

Nürnberg  - Schnell noch in der Garderobe die derben Winterstiefel aus- und das feine Schuhwerk angezogen und hinein ins Vergnügen: Die Uni Erlangen-Nürnberg hat Freunde und Angehörige der FAU und aller Nürnberger Hochschulen zum. Winterball 2013 in die Meistersingerhalle eingeladen und 2000 Gäste sind gekommen. Von Uschi Assfalg

Rauschendes Fest: Rund 2000 Gäste kamen nach Nürnberg zum Winterball der Hochschulen.
Rauschendes Fest: Rund 2000 Gäste kamen nach Nürnberg zum Winterball der Hochschulen.
Foto: Eduard Weigert
Rauschendes Fest: Rund 2000 Gäste kamen nach Nürnberg zum Winterball der Hochschulen.
Rauschendes Fest: Rund 2000 Gäste kamen nach Nürnberg zum Winterball der Hochschulen.
Foto: Eduard Weigert

„Das Haus ist ausverkauft“, freut sich der Präsident der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen Nürnberg, Professor Karl-Dieter Grüske, als Gast- geber des 63.Winterballs. Eingeleitet wird der Ball mit der traditionellen Polonaise, gespielt von der Tanz- und Showband „Firebirds“, die beim Wiener Opernball ebenfalls für das musikalische Entree zuständig ist. Zugegeben, dort klappt der feierlich geschrittene Tanz im Dreivierteltakt wie am Schnürchen und jedes Paar weiß, wo es langgeht. Das ist beim Uni-Winterball anders. Da herrscht ein liebenswürdiges, höchst kommunikatives Chaos – auch wenn sich Sven Walker und Natalie Reiß vom Tanzzentrum dance maxX Nürnberg noch so sehr um Ordnung bemühen.


Beim Eröffnungstanz gibt es für Oberbürgermeister Ulrich Maly und seine Frau Petra kein Entrinnen. Sowie es jedoch heißt „alles Walzer“, sitzen die beiden schon wieder auf ihren Stühlen. Sie sind einfach keine Freunde von Standardtänzen. „Professor Ullrich tanzt auch nicht; ich glaube, er musiziert lieber“, lenkt Maly die Aufmerksamkeit auf den Nebentisch. Dort sitzt der Präsident der Hochschule für Musik, Martin Ullrich, mit seiner Frau Jessica. Er gibt unumwunden zu, dass der OB richtig vermutet. Ullrich sieht es als „Amtspflicht“, nicht aber als Bürde, anwesend zu sein beim gemeinsamen Ball der FAU, der Georg-Simon-Ohm-Hochschule, der Akademie der Bildenden Künste, der Evangelischen Hochschule und der Hochschule für Musik. „Man kann hier viele Menschen treffen, und das ist durchaus spannend.“

Bei Karin und Michael Fraas bremst das in zwei Monaten zu erwartende Baby Fachthemen zunächst aus. Trotzdem hat sich Nürnbergs Wirtschaftsreferent vorgenommen, in Gesprächen für seine Stadt als Wissenschaftsstandort zu werben. Der Ball biete ihm die Möglichkeit, Vorschläge und Meinungen der Professoren zu hören und mögliche Kooperationen von Uni und Wirtschaft auszuloten.

Dieter Grüske möchte es am liebsten beim Smalltalk belassen und mit Ehefrau Ingrid das Tanzbein schwingen. „Aber am Thema ‚Studiengebühren‘ beispielsweise kommt man einfach nicht vorbei.“ Über den Ausgang des Volksbegehrens dazu mag er nicht spekulieren, nur so viel: „Es wird knapp.“ Rania Toama sieht es ähnlich. Sie gehört zu einer 16-köpfigen Gruppe, die den Ballbesuch als Kurs-Gruppenaktivität wahrnimmt.


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Die Universität Erlangen-Nürnberg und die Nürnberger Hochschulen veranstalteten am Samstag traditionell ihren Winterball in der Meistersingerhalle. Für musikalische Begleitung und Showprogramm war wie immer gesorgt.

Mit dem Tanzen ist es für sie und ihre Kommilitoninnen aber ist erst einmal Essig. Sie haben extra einen Tanz-Workshop mitgemacht, nicht aber ihre männlichen Kommilitonen. Und die trauen sich jetzt nicht aufs Parkett, weil sie die Standardtänze nicht beherrschen. Dabei ist im Foyer zum Sound der Tanz- und Showband „Picobello“ durchaus auch Freistil erlaubt und erst recht beim DJ-Team vom Campusradio der FAU „bit eXpress“ in der Studentenlounge.

„Der Uni-Winterball ist studentischer geworden und jünger“, finden Karin und Michael Fraas. Gastgeber Grüske ist stolz darauf, dass sich Jung und Alt gleichermaßen amüsieren. Laut Ursula Ertl wurden 500 Studentenkarten verkauft. Ertl organisiert seit 15 Jahren die Bälle der Uni Erlangen-Nürnberg. Für den 63.Winterball hat sie ein spannendes Programm zusammengestellt.

Den sportlichen Teil bestreiten die Rhönradturnerinnen Nicole Vollbrecht und Lara Heidenreich vom SV 1873 Nürnberg-Süd. Ihre eigens für das festliche Ereignis in der Meistersingerhalle kreierte Show aus Geräteturnen, turnerischem Tanz und Musik ist voll Anmut und hohem sportlichen und akrobatischem Anspruch. Eine großartige Leistung, die mit reichlich Applaus belohnt wird. „Wie macht er das bloß?“, fragen sich die Zuschauer, als der Magier Cartini das berühmte Kaninchen aus dem Hut zaubert und seine zahmen, dressierten weißen Ziertauben aus einem leeren Rohr oder besonders effektvoll aus roten oder schwarzen Tüchern emporflattern lässt. Ein Geheimnis, das der Zauberkünstler bei seiner Magierehre selbst der charmanten Moderatorin Magda Luthay nicht verrät. Günther Dürrschmidt ist Doktorand an der TU Dresden und hat dort selbst mehrmals Fakultätsbälle organisiert, allerdings nur für seine Fakultät. „So viel Prominenz aus Politik und Wirtschaft, wie hier vertreten ist, hatten wir nie zu Gast“, staunt er. „Sogar der Innenminister ist gekommen.“ Gemeint war Joachim Herrmann, der ebenfalls in Begleitung seiner Frau erschienen war. Große Bälle lägen neuerdings wieder im Trend, und er nehme von diesem jede Menge Anregungen mit.

Kein großer Ball ohne Tombola: Der Erlös des Losverkaufs geht an den Förderverein „Familie und Wissenschaft der Uni Erlangen-Nürnberg“. Er setzt sich unter anderem für eine familienfreundliche Gestaltung der Uni ein, hilft bei der Suche nach Kinderbetreuung und unterstützt in Notfällen einzelne Familien auch finanziell.
  

Uschi Assfalg


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