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Der Titel bringt Fürth große Aufmerksamkeit

Fünf Jahre Wissenschaftsstadt - 07.02. 17:43 Uhr

Fürth  - Der Tag, an dem Fürth wie die Jungfrau zum Kind – zum Titel "Wissenschaftsstadt" kam, hat sich tief in das Gedächtnis von Oberbürgermeister Thomas Jung (SPD) eingebrannt. Bei einer Rede im Stadtmuseum hatte der damalige Wissenschaftsminister Thomas Goppel (CSU) sinngemäß gesagt: Universitätsstädte gebe es viele.


Aber Fürth sei etwas Besonderes und solle deswegen den Titel „Wissenschaftsstadt“ bekommen. Der Sozialdemokrat Jung hielt Goppels Ankündigung zuerst nur für einen „ministerialen Spruch“. Als dann aber der Kabinettsbeschluss kam, sei er von der Ernsthaftigkeit des Ansinnens der Staatsregierung überzeugt gewesen.

Fünf Jahre sind inzwischen vergangen. Gestern zogen – wieder an dem inzwischen denkwürdigen Ort im Stadtmuseum in der Fürther Ottostraße – Jung und sein Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Horst Müller (CSU) eine kleine Bilanz, der – wie sie einhellig meinen – erfolgreichen Entwicklung der Wissenschaft in Fürth.

Drei Standbeine hat die Forschung dort: Da ist vor allem die Friedrich-Alexander-Universität zu nennen, die seit 2006 in der Fürther Uferstadt mit dem Zentralinstitut für Neue Materialien (ZMP) beheimatet ist. Der zweite große Partner ist das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS). Es hat ebenfalls in der Uferstadt auf dem früheren Grundig-Gelände sein Entwicklungszentrum für Röntgentechnik (EZRT) angesiedelt.

Bekommt Fürth eine Wilhelm-Löhe-Hochschule?

Das jüngste Kind der Wissenschaftsstadt ist das International Dialog College and Research Institute (IDC). Das vor drei Jahren gegründete Lehr- und Forschungsinstitut der Diakonie Neuendettelsau, das derzeit im Südstadtpark residiert, will sich nach den Vorstellungen von Leiter Jürgen Zerth binnen Jahresfrist zur Wilhelm-Löhe-Hochschule, einer Fachhochschule für Gesundheit und Pflege entwickeln – eine der großen Zukunftsbranchen, wie Zerth meint.

Die Fürther Fraunhofer-Dependance bekommt derzeit ein neues Institutsgebäude in Atzenhof. Es ist davon auszugehen, dass zu den bereits in Fürth tätigen 150 Mitarbeitern noch einige dazukommen. Die Universität will ihre Aktivitäten im Bereich Werkstoffwissenschaften in Fürth konzentrieren.

Gerade wird außerdem die neue Arbeitsgruppe „Neue Materialien und Fertigungsprozesse für Komponenten in der Verfahrenstechnik“ (VerTec) aufgebaut – finanziert aus dem Strukturprogramm für Nürnberg und Fürth, das der Freistaat aufgelegt hat, um die wirtschaftlichen Folgen der Quelle-Pleite abzumildern.

Wirtschafts- und Wissenschaftsreferent Horst Müller zeigte sich dankbar, dass die „Wissenschaftsstadt“ also kein „Titel ohne Mittel“ geworden sei. Die neue Nomenklatur habe außerdem dazu beigetragen, dass Fürth „in München“ besser wahrgenommen werde und inzwischen als verlässlicher Partner in der großen bayerischen Wissenschaftslandschaft gelte. 



Florian Heider

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