„Nachhaltigkeit ist ein aktuelles Thema, sogar in Bayern“, sagte Laudator Markus Söder, bayerischer Umweltminister und selbst KAS-Altstipendiat. „Durch die Erderwärmung rechnen wir in den nächsten Jahren mit einer Temperaturerhöhung von einem bis anderthalb Grad. Dadurch sind Arten bedroht. Nachhaltigkeit heißt deshalb, an morgen zu denken.“ Nachhaltigkeit sei grundlegendes Element einer bürgerlichen Gesellschaft.
22 Bewerbungen gingen ein, gewonnen haben Markus Gille und Kai Burchart von der Radko-Stöckl-Schule in Melsungen (Hessen) mit ihrem „Technikhaus Energie Plus“. Die zwei Berufsschullehrer bauten ein altes Hausmeisterhaus um. „Das Besondere an unserem Projekt ist, dass zum ersten Mal ein Energie-Plus-Haus entworfen wurde, in dem Unterricht stattfindet“, sagte Gille. So könnten die Schüler am praktischen Beispiel erfahren, wie sich ihr Schulgebäude mithilfe von Solar-Energie und einem Pufferspeicher selbst versorgt. Unter anderem mit einer speziellen Dämmung kann viel Energie gespart werden: Statt 20 bis 25 Liter Heizöl soll das sanierte Haus nur noch umgerechnet einen Liter pro Quadratmeter verbrauchen. Das energieautarke Bildungshaus soll außerdem allen Bevölkerungsgruppen offenstehen – Kindergartengruppen wie auch Seniorentreffen. „Wir haben noch eine Menge Ideen, die wir mit dem Fördergeld verwirklichen möchten“, sagte Burchart. Neben dem Technikhaus wurden noch die Projekte „Lausitzer Energie-Radweg“ und die Hamburger Initiative „S.O.F. – Save Our Future“ für die Umsetzung eines umweltbezogenen Kindertagestättenkonzepts ausgezeichnet.
Der Preis wurde von einem Team junger Altstipendiaten aus der ganzen Republik initiiert. Weil der stellvertretende Sprecher der Nürnberger Gruppe, Bernhard Ullrich, maßgeblich an der Organisation beteiligt war, fand die erste Preisverleihung in Nürnberg statt. Eine Jury aus Wissenschaftlern und Experten entschied über die Bewerbungen. Prominente Mitglieder waren unter anderem Eckhard Uhlenberg, Landtagspräsident in NRW, und der Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Fritz Brickwedde.