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„Natürlich kühlt der Tee mit der Zeit auch von alleine aus, denn er gibt Wärme an seine Umgebung ab“, sagt Roland Ebbert, Dekan der Fakultät für Angewandte Chemie an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. Die Wärme geht von den Wasserteilchen des Tees an die Teilchen der ihn umgebenden Luft über. Die Luft um den Tee herum wird also wärmer, der Tee wird kälter – doch das dauert.
Schneller geht es, wenn der Teetrinker kalte Luft aus seinem Mund über den Tee bläst. „Durch das Pusten entfernt man die bereits angewärmten Luftmoleküle und ersetzt sie durch solche mit Raumtemperatur“, erklärt der Chemiker. Dadurch kann der Tee anschließend wieder neue Wärme an die abgekühlte Luft abgeben.
Ein zweiter, noch wichtigerer Effekt ist die Verdunstungskälte: „Aus der heißen Flüssigkeit gehen ständig Wassermoleküle in die Gasphase über. Das heißt, es entsteht Wasserdampf über der Teetasse“, sagt Ebbert. „Diese Verdunstung erfordert Energie, die dem Tee entzogen wird.“ Auch dadurch kühlt der Tee ab. Direkt über der Teetasse stellt sich ein Gleichgewicht zwischen flüssiger und gasförmiger Phase des Wassers ein. Die Luft ist in diesem Moment mit ausreichend Wasser gesättigt, und dem Tee wird keine weitere Energie mehr entzogen. „Durch Pusten wird auch der Wasserdampf weggeblasen“, sagt Ebbert. „So dass neuer Dampf entstehen kann, was wiederum viel Energie verbraucht.“
Wer das Teetrinken nicht erwarten kann, nimmt zusätzlich einen Löffel zu Hilfe. Die geringe Menge Flüssigkeit auf dem Löffel kühlt durch das Blasen und Verdampfen viel schneller ab, als der Tee in der Tasse. Aber vorsichtig pusten, sonst schwappt der heiße Tee über die Finger statt – wie gewünscht – in den Mund.
Mi. 25.04.12
Di. 20.03.12
Di. 20.03.12
Di. 28.02.12