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Und wieder ist im Lothar-Fischer-Museum eine Ausstellung gelungen, die prächtig mit diesem Ort harmoniert: Bronzen wie „Baum“ sind zu sehen, drinnen rindenartig aufragend, während draußen vor der Fensterfront die winterliche Waldkulisse steht. So dass Kunst und Natur einhergehen wie das Bächlein im Freien und die flach-gekräuselte Skulptur „Fluss“ im Raum.
Emil Cimiotti heißt der deutsche Künstler (Jahrgang 1927), den Museumsleiterin Pia Dornacher diesmal für den lichtdurchfluteten Kubusbau ausgesucht hat. Einen Mann also, der Biennale- und documenta-erprobt vor allem in den 60er Jahren deutsche Kunstgeschichte mitgestaltet hat. Schlicht Gesehenes „abzubilden“ war erklärtermaßen nie sein Ding. Seine Werke mögen an Wälder und Blätter, Inseln und Berge, Menschengeflechte und Erdformationen erinnern: Dass es letztlich „innere Landschaften“ sind, hat der Künstler aus Wolfenbüttel, der heuer im August 85 wird, stets betont.
Die Schau ist retrospektiv angelegt und räumlich in drei Schaffensphasen untergliedert, die mit den 50er Jahren beginnen. Verglichen mit den farbigen Vorstudien (dem „Sauerteig“ seiner Ideen) und den abstrakten Zeichnungen erscheinen die Bronzen als die Krönung seiner Kunst. Organisch geformt, oftmals von wuchernder Anmutung, kann man sie als Sinnbilder des Werdens und Vergehens deuten. Man kann. Müssen tut man gar nichts bei der Betrachtung dieser Schöpfungen von vegetativer, figurativer Gestalt, die plastisch fantastisch sind. Bemalt hat Cimiotti seine Skulpturen kaum. Und wenn, dann dezent. Keinesfalls wollte er sie „schminken“.
Trachtete Cimiotti – der übrigens keine italienischen Wurzeln hat, einer Reihe seiner Arbeiten aber in der Toskana schuf – in den 50er Jahren danach, den „Raum ganz anders zu besetzen“, dann ist ihm das mit zentralen Werken wie „Inselbewohner oder anderes“ wahrlich gelungen. Später tauchen nach privaten Schicksalsschlägen in der mittleren Schaffensperiode körper- und knochenhafte Werke wie eine großformatige „Kniende“ auf, aber auch Totenköpfe.
Schön zu sehen, dass im reiferen Werk wieder landschaftliche Bezüge in den Vordergrund rücken. Die Bronze „Hügel IV“ von 1990 steht dafür. Im Erdgeschoss des Museums ist sie nahe dem Fenster zur Natur trefflich platziert.
Obwohl Cimiotti als Mitbegründer der informellen Bildhauerei gilt, der die Fährten der Abstraktion bei Willi Baumeister aufnahm, verlor er nie den Faden zur Figuration. Von der Stuttgarter Kunstakademie aus wechselte er zeitweilig gemeinsam mit seinem Weggefährten Otto Herbert Hajek (der ja derzeit im Erlanger Kunstpalais gezeigt wird) nach Paris. Dort lernte er Le Corbusier und Fernand Léger kennen und schätzen.
Dass Cimiottis Formensprache im Folgenden dem Bildhauer und Neumarkter Museumsgründer Lothar Fischer sowie dessen Künstlergruppe „Spur“ eine Inspirationsquelle war, prädestinierte ihn zudem für die Schau.
Bis 6. Mai; Museum Lothar Fischer, Weiherstr. 6, Neumarkt/Opf.; Mi.–Fr. 14–17 Uhr, Sa./So. 11–17 Uhr. Die Eröffnung findet am Sonntag um 11.30 Uhr statt.
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Mi. 18.04.12
Di. 17.04.12
Do. 12.04.12
Do. 29.03.12
Mo. 26.03.12