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Das nasse Aus für viele Opernproduktionen

Wassereinbruch im Bühnenbildlager des Staatstheaters - 21.02. 08:00 Uhr

Das Tauwetter der letzten Tage hat für das Staatstheater böse Konsequenzen. Denn durch einen Rohrbruch wurde in der Kilianstraße eine über 3200 Quadratmeter große, angemietete Lagerhalle für Kulissenteile überflutet, wie Staatstheater-Pressesprecherin Verena Kögler bestätigte.

Don Alfonso (Bernd Hofmann) wirkt etwas ratlos. Ein Wassereinbruch hat in einem Lager des Staatstheaters viele Bühnenbilder zerstört (rechts). Akut gefährdet ist dadurch die Wiederaufnahme von Mozarts „Così fan tutte“.
Don Alfonso (Bernd Hofmann) wirkt etwas ratlos. Ein Wassereinbruch hat in einem Lager des Staatstheaters viele Bühnenbilder zerstört (rechts). Akut gefährdet ist dadurch die Wiederaufnahme von Mozarts „Così fan tutte“.
Foto: Theater/Georg Lang
Don Alfonso (Bernd Hofmann) wirkt etwas ratlos. Ein Wassereinbruch hat in einem Lager des Staatstheaters viele Bühnenbilder zerstört (rechts). Akut gefährdet ist dadurch die Wiederaufnahme von Mozarts „Così fan tutte“.
Don Alfonso (Bernd Hofmann) wirkt etwas ratlos. Ein Wassereinbruch hat in einem Lager des Staatstheaters viele Bühnenbilder zerstört (rechts). Akut gefährdet ist dadurch die Wiederaufnahme von Mozarts „Così fan tutte“.
Foto: Theater/Georg Lang

Der Schaden ist enorm: Komplette Bühnenbilder sowie Bühnenbildteile von über 20 Produktionen der Sparten Oper, Schauspiel und Ballett sind dort eingelagert. So gut wie alle sind von dem Schaden betroffen und viele deshalb unbrauchbar.

„Das Wasser in der Halle stand zehn bis fünfzehn Zentimeter hoch“, sagt Kögler, am Sonntag sei der Schaden entdeckt worden. Offensichtlich ist ein Rohr jenes Leitungssystems, das die Hydranten mit Wasser versorgt, beim Auftauen geplatzt, wahrscheinlich sogar an mehreren Stellen. Das Wasser drang dann von außen in die Halle ein, die Feuerwehr war mehr als drei Stunden im Einsatz, um die Bühnenausstattung zu schützen und das Wasser wieder abzupumpen.

Schaden im sechsstelligen Bereich



Laut Kögler schätzt der technische Direktor des Staatstheaters, Hans-Peter Gormanns, den entstandenen Schaden „auf grob einen sechsstelligen Betrag“, nachdem er sich einen ersten Überblick verschafft hat. Eine konkrete Summe sei aber schwer zu beziffern, sie hänge davon ab, ob und wie viele der betroffenen Produktionen nun ausgemustert würden. Falls nicht, müssen die Kulissen neu gebaut werden, das verursache die Kosten.

Aus zwei Gründen seien die vom Wasser beschädigten Bühnenbilder nicht mehr brauchbar: Das feucht gewordene Holz drohe zu schimmeln, das bedeute eine Gesundheitsgefahr für die Künstler und alle anderen Beteiligten auf der Bühne. In der Halle lagern die Bühnenbilder dicht an dicht, deshalb sei es auch nicht möglich, sie fachgerecht zu trocknen, zum Beispiel durch ein Gebläse.

Darüber hinaus würden die Holz- oder Holzverbundteile durch das Wasser aufquellen. „Dadurch verlieren die Bühnenbilder ihre Stabilität, sie können keine Lasten mehr tragen, können nicht mehr montiert werden, Aufhängungen könnten ausreißen“, so Kögler.

Betroffen sind im Bereich Schauspiel das Bühnenbild von „Das Urteil von Nürnberg“, im Ballett von „Romeo und Julia“. Am schlimmsten aber hat es die Oper erwischt: Abgesoffen sind u. a. Kulissenelemente von „Rosenkavalier“, „Zauberflöte“, „La Bohème“, „Silk Stockings“, „Benvenuto Cellini“ und „Orpheus und Eurydike“.

Bei den Produktionen, die gerade nicht gespielt werden oder deren Wiederaufnahme nicht geplant ist, entstünden keine Dispositions-Probleme, so Kögler. Nur: Der Wasserschaden bedeute auch höchstwahrscheinlich ihr endgültiges Aus, weil eine Wiederaufnahme nicht mehr möglich ist, ohne die Bühnenbilder zumindest zum Teil neu zu bauen.

Die aktuell laufenden Produktionen sind zum Glück von dem Schaden nicht betroffen, da diese Bühnenbildner alle im Haupthaus am Richard-Wagner-Platz lagern. Das größte Opernsorgenkind jedoch ist im Moment die Mozart-Oper „Così fan tutte“. Ihre Wiederaufnahme ist für den 28. April geplant, durch die Überflutung der Lagerhalle sei das Bühnenbild weitgehend zerstört worden.

Am Staatstheater sucht man jetzt unter großem Zeitdruck nach einer Lösung, wie die Wiederaufnahme der Oper doch noch gesichert werden kann. Tragisch dabei ist, dass Marina Hellmann, die Bühnenbildnerin von „Cosi“, am 21. Dezember letzten Jahres im Alter von 53 Jahren an einem Gehirnschlag gestorben ist. Die Konstruktionspläne und Entwurfzeichnungen seien zwar alle im Staatstheater vorhanden, doch noch sei nichts entschieden. 



Thomas Heinold

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