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Er beschreibt darin den Aufstieg und Fall des fiktiven, tyrannischen Diktators Emilio Raffantino, den der TV-Schauspieler Wolfgang Häntsch in all seinen Facetten verkörperte. Besonderen Wert legt Hoffmann auf den Aspekt, dass viele Machtmenschen zwei Seelen in ihrer Brust haben.
So ist der skrupellose Massenmörder Raffantino ein glühender Verehrer des Komponisten Franz Liszt, bei dessen Musik er am liebsten entspannt. Irgendwann hat das Volk des fiktiven Landes seine Greueltaten satt, erhebt sich gegen ihn und macht Raffantino schließlich den Prozess.
Viele Details – wie die Uniform des Diktators, eine Fantasie-Flagge, die EU-Flagge, Sträflingskleidung mit einem Judenstern – symbolisierten, dass es solche Tyrannen zu jeder Zeit überall auf der Welt gegeben hat und geben könnte. Als Dramaturg führte Rainer Kretschmann durch die Handlung. Insgesamt acht Schauspieler (u.a. Antje Cornelissen als Richterin und Willi Stefan Wang als Verschwörer), vier Sänger und vier Musiker, darunter viele Ensemblemitglieder des Staatstheaters Nürnberg, hatte Hoffmann engagiert.
Das eigentliche Drama begann nach der Personenbeschreibung Raffantinos mit einem Attentatsversuch. Als er das Todesurteil gegen die Verschwörer ausgesprochen hat, wird er durch eine Gegenverschwörung gefangen genommen. Während ihm nun der Prozess gemacht wurde, trotzte er uneinsichtig den hartnäckigen Fragen der Richterin.
Bewegend war das Spiel von Tanja Kübler als jüdischer Prozess-Zeugin Berta Seligmann, gut besetzt auch Hannes Seebauer als profilloser Gefangenen-Kommandant Meyerlink. Dieser musste sich den bohrenden Fragen der Richterin stellen, die zum Beweis für Raffantinos Grausamkeiten Szenen aus „Fidelio“ einspielen ließ, die dem Diktator als Vorbild dienten.
Unter der musikalischen Leitung von Christian Reuter wurden außerdem Ausschnitte aus „Les Préludes“ von Liszt in die Handlung eingewoben, Heidi-Elisabeth Meier sang Liszt-Lieder. Gut umgesetzt war auch die 5. Symphonie von Beethoven in der Kammerorchester-Version, die das Dramatische wie das Hoffnungsvolle im szenischen Ablauf unterstreichen sollte.
Deutlich machen sollte das musikalische Drama laut Werner Hoffmann „wie sehr Diktatoren schon immer das Volk getäuscht haben und welch hoher Stellenwert der Demokratie und den Menschenrechten zukommt“.
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12