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Sechs Säle mit insgesamt knapp 1000 Sitzplätzen will Ach gegenüber des ehemaligen Marktkauf-Komplex entstehen lassen. Neueste Technik soll eingebaut werden. „Wenn es technisch möglich ist, gibt es sogar 3D ohne Brille“, verspricht Ach. Von der Lounge im Glaskegel werden die Besucher einen tollen Ausblick auf die Stadt haben. Oder den Abend ganz privat im geplanten VIP-Kino mit Ledersesseln und extra viel Beinfreiheit genießen – ideal für Privatfeiern und Heiratsanträge.
Nur zwei Minuten braucht man zu Fuß zum Bahnhof, auch die Innenstadt ist nicht weit. „Die Lage ist perfekt“, so Ach.
Die Finanzierung für das mit nur fünf Millionen Euro geplante Projekt steht, der Stadtrat hat den Plänen zugestimmt. Eigentlich wollte Ach das Projekt schon im Mai zur Abstimmung bringen, jedoch war die Finanzierung noch nicht in trockenen Tüchern.
Für die Stadtratssitzung letzte Woche legte er dann im letzten Moment die Bestätigung der Banken vor. Sobald Ach nun die Baugenehmigung erhält, werden die Bagger anrollen – im Herbst 2013 soll dann der erste Film gezeigt werden. Sollte Ach nicht spätestens in einem halben Jahr mit dem Bau beginnen, so fällt das Grundstück an die Stadt zurück und das Projekt kann neu vergeben werden.
Skeptiker befürchten, dass Ach fünf Millionen Euro nicht reichen könnten. Zum Vergleich: Das Cinecittà in Nürnberg ist zwar wesentlich größer, der Bau hat aber schon vor mehr als 15 Jahren über 70 Millionen Euro gekostet, auch der Bau des Admiral-Kinos hat über zehn Millionen Euro verschlungen. Ach, der bereits Kinopläne in Neumarkt platzen ließ, zeigt sich jedoch zuversichtlich.
Auch die Stadt ist froh, dass Fürth nun endlich wieder ein großes Kino bekommt. Eine Vergnügungsmeile rund um das neue Kino ist auch schon geplant – inklusive Diskothek und Bowling-Center. Kino soll so zu einem Gemeinschaftserlebnis werden und junge Leute vom heimischen Sofa weglocken.
Das Fürther Projekt ist Ach, dessen Familie schon in dritter Generation Kinos betreibt, eine Herzensangelegenheit. Wirtschaftsreferent Horst Müller kann sich gut an seine Anfangszeit in der Stadt erinnern. „Herr Ach ist schon vor 15 Jahren zu mir gekommen, und wollte eine neues Kino bauen.“
Mit dem Ende des City-Kinos war die Not jetzt groß, außer kleineren Programmkinos hatte die Kleeblattstadt schließlich keine Spielstätte mehr zu bieten. Das City-Kino musste schließen, weil die Stadt an der Stelle einen neuen Einkaufsschwerpunkt plant.
Außerdem hatte der Betreiber in den letzten Jahren immer nur Jahresmietverträge erhalten – wichtige Investitionen konnte er so nicht tätigen. Momentan läuft noch der Ausverkauf. Wer ein Poster von einem Filmklassiker möchte, oder einen Kinosessel für zu Hause braucht, kann immer samstags von 14 bis 17 Uhr im alten City vorbeischauen.
Mit etwas Glück lässt sich sogar ein Sessel ergattern, auf dem auch schon Iris Berben, Til Schweiger oder Götz George saßen. Das City war schließlich jahrelang Gastgeber zahlreicher Filmpremieren, zu denen natürlich auch die Promis kamen. Anekdoten könnte Ach aus dieser Zeit ohne Ende erzählen. An diese Tradition will er nun anknöpfen. „Fürth soll wieder Glitzer und Glamour bekommen“, sagt er.
In Nürnberg fürchtet man die Kinopläne aus der Nachbarstadt indes nicht, obwohl ein Blick auf die Kennzeichen der Autos in Nürnbergs Tiefgaragen genügt, um zu sehen, dass die Fürther den Nürnberger Kinos guten Umsatz bescheren. „Wir bleiben gelassen“, sagt Wolfram Weber, der Betreiber des Cinecittà.

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