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"Ich tendiere zu einer dunkleren Seite"

Die Band Austra tritt in Nürnberg auf - 18.05.2012 17:09 Uhr

Engelsgesänge: Katie Stelmanis (Mitte) mischt mit ihrer Band Austra klassische Elemente mit tanzbarem Elektropop. Am Dienstag sind sie im K4.

Engelsgesänge: Katie Stelmanis (Mitte) mischt mit ihrer Band Austra klassische Elemente mit tanzbarem Elektropop. Am Dienstag sind sie im K4. © Promo


Die erstaunliche Stimme der 27-jährigen Kanadierin wird dabei von vielschichtigen Synthesizern derart angenehm umschmeichelt, dass sie den Hörer damit spielend in den Bann zieht. Am nächsten Dienstag. 22. Mai, spielen Austra im Festsaal des Künstlerhauses K4 (21 Uhr). Die NZ sprach mit Katie Stelmanis.

NZ: Katie, aufgrund Ihrer talentierten Stimme schien Ihr Berufsweg als Teenager klar vorgegeben. Warum haben Sie sich dann gegen ein Gesangsstudium entschieden?

Katie Stelmanis: Als Kind habe ich mich sehr intensiv mit klassischer Musik, Klavierspielen und Oper beschäftigt. Mit 19 habe ich dann aber einen Schlussstrich darunter gezogen, mich gegen ein Studium entschieden und begonnen, meine eigenen Sachen zu schreiben und in Bands zu spielen. Ich stand damals an einem Scheideweg und hatte gerade die Indie-Musik-Szene in Toronto für mich entdeckt. Was ich da hörte, hat mich einfach viel mehr inspiriert, als die Arbeit der Menschen in den Musikschulen, deshalb wollte ich unbedingt ein Teil dieser Szene werden.

NZ: Hat Sie Ihre klassische Gesangsausbildung auf Lebenszeit mit einer so herausragenden Stimme ausgestattet oder müssen Sie noch üben?

Stelmanis: Ich würde schon behaupten, dass ich durch die frühe Ausbildung auf Lebenszeit versorgt bin. Natürlich singe ich heute anders als früher, aber die technischen Grundvoraussetzungen wie das Atmen habe ich immer noch drauf. Ich weiß genau wo meine Stimme herkommt. Bei vielen anderen Sängern kann ich hören, dass sie eben nicht von der richtigen Stelle kommt.

NZ: Sie werfen sich auf der Bühne gerne in Schale, ist das noch ein Überbleibsel Ihrer Opern-Zeit?

Stelmanis: Das muss wohl so sein. Bei einem Konzert ist mir der optische Aspekt äußerst wichtig. Mir gefällt es, wenn die ganze Sache auch ein bisschen spektakulär herüberkommt. Außerdem würde es nicht zu meiner Musik passen, wenn ich dazu in Jeans und T-Shirt auf der Bühne stehen würde. Ein bisschen was Aufregendes sollte schon dazugehören, weswegen wir Wert auf unsere Outfits legen.

NZ: Sie gehen sehr offen mit Ihrer Homosexualität um. Welche Rolle spielt es für Sie, in der Öffentlichkeit bewusst als lesbische Künstlerin aufzutreten?

Stelmanis: Ich habe einfach nichts zu verstecken, wenn ich mit Leuten darüber spreche. Es offen zu kommunizieren war bisher für uns nur von Vorteil. Schon allein die Tatsache, dass wir viele homosexuelle Fans haben ist einfach grandios, denn das sind die besten Fans, die man sich wünschen kann.

NZ: Ihr Bandname Austra ist zum einen ihr zweiter Vorname aber auch der Name der lettischen Göttin des Lichts, was hervorragend zu ihren lettischen Familienwurzeln passt. Haben Sie sich auch deswegen den Namen ausgesucht?

Stelmanis: Ehrlich gesagt ich habe das mit der lettischen Göttin erst danach erfahren. Mir gefällt aber diese Assoziation sehr, da ich musikalisch ja eher zu einer dunkleren Seite tendiere und somit ergibt sich ein interessanter Gegensatz.

NZ: Verbinden Sie in Ihrer Musik eigentlich bewusst die beiden gegensätzlichen Pole einer sehr beruhigenden Stimme und eines aufrüttelnden Tanzbeats?

Stelmanis: Absolut. Wenn ich wollte, könnte ich einfach auch nur süße Folk-Lieder singen. Aber ich habe mich ganz bewusst für diesen Gegensatz entschieden, eine hübsche Stimme mit etwas nicht so Hübschem zu verbinden. Meine Musik soll im Idealfall auf der Tanzfläche genauso funktionieren wie zu Hause.

NZ: Sind Ihre Konzerte denn mehr zum Zuhören oder zum Tanzen gedacht?

Stelmanis: Mehr zum Tanzen. Bei unseren Konzerten geht es meist ziemlich hoch her, wie bei einer Tanz-Party.
  

Fragen: Markus W. Erlwein

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