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Kein Osterfriede für Georgien

Zwischen Tristesse und Tradition - 10.04.2009

Das Bildnis von Ioseb Besarionis dze Dschughaschwili, genannt Stalin, hängt in vielen Häusern und verborgenen Orten Georgiens. Der kommunistische Diktator gilt in seiner Heimat noch bei vielen Landsleuten als Held.

Das Bildnis von Ioseb Besarionis dze Dschughaschwili, genannt Stalin, hängt in vielen Häusern und verborgenen Orten Georgiens. Der kommunistische Diktator gilt in seiner Heimat noch bei vielen Landsleuten als Held. © aus dem Buch


Während die westlichen Politiker die politische Lage in dem Staat mit 4,5 Millionen Einwohnern aufmerksam verfolgen, da Ölpipelines vom Kaspischen Meer aus durch Georgien führen, war die Konfliktzone in den letzten Monaten aus dem Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt.

Das Land zwischen Mittelmeerraum und Innerasien führt ein Schattendasein am Rande Europas. Ein bemerkenswerter Bildband beweist nun, dass die Kaukasusrepublik unberechtigt marginalisert wird. Mit unbestechlichen Schwarz-Weiß-Aufnahmen führt die Fotografin Christa Frieda Vogel zu Menschen und in Landschaften, die den Stempel von Jahrtausenden tragen.

Die Georgier sind ein altes, stolzes Kulturvolk, das immer europäisch gedacht hat und sehr am Geschehen in den Zentren interessiert ist. Die Fotografien von bitterer Armut, zerfurchten Gesichtern und unbefangenen Jugendlichen korrespondieren mit meisterhaften literarischen Texten georgischer Autoren. Deren Sprache ist kraftvoll und vital, was man von der Politik des Landes nicht sagen kann. Der auch im Westen in die Kritik geratene Staatschef hatte immer wieder demokratische Reformen versprochen, seine Ankündigungen aber nie wahr gemacht. ki

Christa Frieda Vogel: Georgien. Begegnung mit Ursprung und Zeit. Edition Braus, 148 Seiten, 49,90 Euro

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