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Denn sein bekanntestes Werk für Kammerorchester schrieb Messiaen als Insasse des deutschen Kriegsgefangenenlagers Görlitz-Moys. Dort wurde es auch uraufgeführt, unter freiem Himmel am 15. Januar 1941, in Anwesenheit der anderen Kriegsgefangenen des Lagers.
Die Sternenkonstellation am Ort und zur Zeit der Uraufführung werden auch die Besucher des Konzertprojekts „Pour la fin du temps – zum Ende der Zeit“ sehen können. Denn diese wird auf die Kuppel des Nürnberger Planetariums projiziert, in dem das Videokunstkonzert mit dem Motto „Kunst unter der Kuppel“ stattfindet. Die Musiker des Ensemble Kontraste haben sich dazu mit dem aus Schweinfurt stammenden Videokünstler Christoph Brech (Jahrgang 1964) zusammengetan, dessen Werke in renommierten Ausstellungsorten wie dem Münchner Lenbachhaus oder dem Frankfurter Museum für Moderne Kunst zu sehen sind und dessen Videokunst internationale Verbreitung findet.
Brech hat für das Quartett mit der ungewöhnlichen Instrumentierung Klarinette, Klavier, Violine und Cello – Messiaen komponierte für jene Musiker, die gerade im Lager inhaftiert waren – eine achtteilige Bilderfolge entwickelt, entsprechend den acht Sätzen der Komposition. Da Messiaen für sein auf der Offenbarung des Johannes basierende Werk die Mehrzahl der musikalischen Motive aus der Natur entnommen hat, haben auch Brechs Videosequenzen dort ihren Ursprung. Etwa wenn im dritten Satz „Abime des oiseaux“ die Kamera von unten in Baumkronen blickt. Wiederholt taucht auch die mittelalterliche Fensterrosette der Kathedrale Notre Dame in Strasbourg auf. Sie gilt als Symbol des Jüngsten Gerichts und verweist auf die biblische Vorlage des Quartetts.
Premiere Donnerstag, 15. Dezember, 20 Uhr, Nicolaus-Copernicus-
Planetarium. Weitere Termine: 17. und 18. Dezember 2011 sowie 10.–12. Februar und 22.–24. Juni 2012.
