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China zeigt ein Jahr lang in Deutschland sein kulturelles Leben. Unter dem Titel „Chinas Kulturjahr in Deutschland“ werden bis Dezember in über 30 deutschen Städten zahlreiche Veranstaltungen präsentiert, wie die Organisatoren in Berlin mitteilten. Menschenrechtsorganisationen kritisierten bereits vor Monaten die Veranstaltungsreihe. Am 30. Januar wird das Kulturjahr offiziell in Berlin eröffnet.
„Ich glaube, dass das Kulturjahr Chinas in Deutschland das gegenseitige Verständnis zwischen unseren beiden Völkern sowie die Zusammenarbeit Chinas und Deutschlands fördern wird“, sagte der Botschafter der Volksrepublik China, Wu Hongbo, bei der Vorstellung des Programms in Berlin. Sein Land werde mit Musik, Theater, Film, Literatur und Ausstellungen die Entwicklung der chinesischen Kultur vorstellen.
Dabei solle der „direkte Kontakt zwischen Künstlern und Kulturschaffenden aus China und Deutschland gefördert werden“, sagte der Botschafter. Die Veranstaltungsreihe initiierte die Regierung der Volksrepublik.
Mehr als 150 Projekte werden bei rund 500 Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres gezeigt. Zur Eröffnung am Montag spielt das China Philharmonic Orchestra die Ouvertüre aus Wagners „Tannhäuser“.
Teil des Kulturjahres ist auch eine Gesprächsreihe mit dem Titel „Magnet China!“. Dabei sollen Vertreter aus Deutschland und China unter anderem über die Perspektiven und Herausforderungen der beiden Länder im 21. Jahrhundert diskutieren. Menschenrechtsorganisationen hatten das Kulturjahr immer wieder kritisiert.
Die internationale Schriftstellervereinigung P.E.N.-Zentrum Deutschland forderte Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im vergangenen Jahr zur Zurückhaltung bei kulturellen Kooperationen mit China auf. Grund hierfür war die Verhaftung des Künstlers Ai Weiwei. Der darf nicht an dem Kulturjahr teilnehmen.
Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen wandte sich gegen die Veranstaltungsreihe. „Wir befürchten, dass das Kulturjahr eine Propagandaveranstaltung wird“, sagte der Asienreferent der Gesellschaft, Ulrich Delius: „Vor dem Hintergrund, dass Dutzende Schriftsteller, Künstler, Filmemacher und Blogger in China aus politischen Gründen in Haft sitzen, ist es ein Unding, sich hier als fortschrittlicher Kulturstaat darstellen zu wollen“.
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12