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Alberto Manjarrés müsste auch nicht einmal aus Südamerika eingeflogen werden, er ist ja schon hier. Seit sieben Jahren macht der junge Kolumbianer, der als Sprachenlehrer in Nürnberg lebt, seine eigene Musik, seit drei Jahren mit Band. Und würde nur zu gern auch beim musikalischen Höhepunkt des städtischen Sommerprogramms mitwirken.
Warum auch nicht? Sein sympathisch frischer, mal leicht folkloristischer, mal durchaus rockiger Latin Pop, in Franken mit deutschen Musikern produziert, fände auf Spielstätten wie der Insel Schütt nicht nur das passende Ambiente, sondern auch genügend angetane Zuhörer.
Das legt zumindest „El Desfile“ nahe, die erste CD, die Alberto Manjarrés soeben – nicht ohne Stolz – vollendet hat. Eine reife Leistung, die nicht nur Fans von Weltmusik neugierig machen sollte. Am Samstag, 12. Februar, stellt der 34-Jährige sie bei einem Konzert in der Musikschule Fürth vor.
Der Mann mit den glänzenden schwarzen Locken – kommt er gerade aus der Dusche oder hat er das gleiche Gel wie Startenor Rolando Villazón? – lacht, wenn man ihn als „männliche Shakira“ anspricht. Aber die Sängerin ist kein schlechtes Stichwort. Stammt Shakira, Kolumbiens musikalischer Exportschlager, doch aus der selben Stadt wie er: aus Baranquilla an der Küste zur Karibik. Und gehört, nur ein Jahr jünger, sogar zur selben Generation. Zwei Mal gesehen hat er sie auch schon.
Seit er selbst im Ausland ist, wächst eben der Patriotismus, sagt Manjarrés – in musikalischer Hinsicht. Dabei sind unter seinen Vorbildern auch US-Stars wie Madonna, Pink oder Michael Jackson. Das hört man dann in Songs wie „Fetish“: wenn der Sänger mit der sanften hellen Stimme plötzlich spitze Schreie ausstößt. Um die Augen, dem Reizthema angemessen, eine sexy Maske, in der Hand eine Peitsche...
Denn: Nicht nur ein Konzert, nein, eine richtige Show will er geben. Nicht nur Sänger, sondern auch Entertainer will der lebhafte Südamerikaner sein. „Man muss dem Publikum geben, was es erwartet, man muss es immer wieder begeistern“, sagt er feurig – und in perfektem Deutsch.
„El Desfile“, der Titel seiner CD, heißt „die Modenschau“. Entsprechend sollen verschiedene Musikstile und Rhythmen, aber auch verschiedene Aspekte des Lebens präsentiert werden. Von der Liebe, natürlich, bis zum Gedenken an die Toten. „Nos veremos otra vez“: Wir werden uns wiedersehen, so singt der gläubige, aber in Deutschland liberal gewordene Sänger. Um ihn herum zehn Tänzer – der Gruppen „Phuum“ und „NuManiXx“ –, die für das nötige Dekor sorgen. Und ein bisschen Flamenco!
Manjarrés, der seit zehn Jahren in Nürnberg wohnt, gibt hauptberuflich ja auch Spanischkurse. Am Sprachenzentrum der Uni Erlangen, am dortigen Institut für Fremdsprachen und Auslandskunde und an der Nürnberger Lothar-von-Faber-Schule. Studiert hat er wieder anderes: „Wirtschaft!“ Die Liebe zur Musik war dann aber doch stärker. Sie drängte ihn sogar zum Komponieren, auch wenn er keine Noten lesen kann. Aber gute Melodien finden – die er mit seinem Gitarristen Armin Nembach dann ausarbeitet. Seine Überzeugung: „Was im Kopf geht, muss auch in der Realität gehen.“ Oder zumindest auf der Bühne...
Konzert am 12. März, 21 Uhr, Musikschule Fürth (Südstadtpark 1). www.albertomanjarrésband.com
