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Markus Kronberger stellt im Kohlenhof aus

Die Liebe zum Rechteck im Spiel des Lichts - 23.09. 17:49 Uhr

Farbe macht Licht sichtbar. Weshalb Markus Kronbergers große Rauminstallation in der Dämmerung am reizvollsten wirkt. 54 fluoreszierende Plexiglasmodule hat der passionierte Liebhaber des Rechtecks so platziert, dass im Nürnberger Kunstverein Kohlenhof nun eine Achse des Hellen, ein Leuchtfeld liegt.

Im Rotlicht-Reich: Markus Kronberger und seine Rauminstallation. Der Nürnberger Kunstverein Kohlenhof eröffnet heute seine Schau mit Objekten, Grafik und Malerei.
Im Rotlicht-Reich: Markus Kronberger und seine Rauminstallation. Der Nürnberger Kunstverein Kohlenhof eröffnet heute seine Schau mit Objekten, Grafik und Malerei.
Foto: Eduard Weigert
Im Rotlicht-Reich: Markus Kronberger und seine Rauminstallation. Der Nürnberger Kunstverein Kohlenhof eröffnet heute seine Schau mit Objekten, Grafik und Malerei.
Im Rotlicht-Reich: Markus Kronberger und seine Rauminstallation. Der Nürnberger Kunstverein Kohlenhof eröffnet heute seine Schau mit Objekten, Grafik und Malerei.
Foto: Eduard Weigert

Für den gebürtigen Nürnberger, Jahrgang 1964, stellt die meterlange Arbeit jedoch noch mehr dar, als den gelungenen Versuch, über die „blaue Stunde“ hinaus den Raum erröten zu lassen. Was seine inzwischen bald zwanzig Jahre währende Erprobung der konkreten Kunst mit den Mitteln des klaren Verstandes wie der farbigen Sinnlichkeit betrifft, spricht Kronberger in der Ausstellung gar von einem „Befreiungsschlag“.



Die Begründung hört sich zunächst profaner an, als sie – lässt man sich als Betrachter dann tiefer auf seinen Bilderkosmos ein –, tatsächlich ist. Hatte Kronberger sich als Maler und Objektkünstler auf die Spielarten des geschlossen Geometrischen und oft genug aufs Quadrat konzentriert, heißt das Zauberwort bei seinen jüngsten Bildfeldforschungen Transparenz.

„Der Farbraum muss atmen“, sagt der Nürnberger, und setzt sein Ansinnen in erfrischenden Farbüberlagerungen um. Offene Liniensysteme möchte der Künstler als Einladung an die Vorstellungskraft des Betrachters verstanden wissen, sich den Bildraum über das Vorhandene hinweg selber zu erweitern. Und doch halten seine Siebdrucke und Gemälde, dem prüfenden Blick stand, ja locken die Lust auf wiederholtes Sehen.

Wenngleich Kronberger sein Werk auch theoretisch unterlegt – mit der Rauminstallation etwa nimmt er Bezug auf das städtebauliche Raummodul des Hippodamos von Milet, 480 v. Chr – gibt er sich nicht (wie zahlreiche andere) konkrete Künstler als mathematisch-nüchterner Farb- und Formenanalyst aus. Lieber folgt er seinen Sinnen: „Farbe ist ein Geheimnis, verzaubert und verführt“, beschreibt er das Empfinden: „Farbe ist Freiheit“.

24. Sept. bis 22. Okt.; Kunstverein Kohlenhof, Nbg.; Grasersgasse 15, Do., Fr., Sa. 14–20 Uhr u. n. tel. Vereinb. unter 0172/8559754, Die Eröffnung ist am Samstag um 19.30 Uhr




Christian Mückl

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