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Opernhaus: "Der fliegende Holländer" kommt zurück

Seefahrer-Liebesdrama im Kunstmuseum - 09.02. 17:41 Uhr

Nürnberg  - "Die Frist ist um, ... und abermals verstrichen sind sieben Jahr." Pünktlich wie in der Auftrittsarie der Titelfigur benannt, hält sich die Wiederaufnahme von Richard Wagners "Der fliegende Holländer" an die Zeitspanne, die seit der Premiere von Helen Malkowskys Inszenierung im Jahr 2005 vergangen ist.

Ihr Traummann, der fliegende Holländer, bleibt letztlich ein Schatten ihrer Fantasie: Christiane Libor als unglücklich liebende Senta.
Ihr Traummann, der fliegende Holländer, bleibt letztlich ein Schatten ihrer Fantasie: Christiane Libor als unglücklich liebende Senta.
Foto: Missbach/Staatstheater
Ihr Traummann, der fliegende Holländer, bleibt letztlich ein Schatten ihrer Fantasie: Christiane Libor als unglücklich liebende Senta.
Ihr Traummann, der fliegende Holländer, bleibt letztlich ein Schatten ihrer Fantasie: Christiane Libor als unglücklich liebende Senta.
Foto: Missbach/Staatstheater

2007 lief die Produktion, noch unter Staatsintendant Wulf Konold, zum letzten Mal vom Stapel – jetzt, mit GMD Marcus Bosch als neuem Steuermann im Orchestergraben, hat sie in puncto Frische und Rasanz noch ein paar zusätzliche Segel gesetzt und mächtig Fahrt aufgenommen.

Fauchendes Sturmmotiv, kantig formulierte Seemanns-Gesänge, die pathetische Dramatik von Sentas „Holländer“-Anbetung und die noch in der italienischen Tradition stehenden Arien Eriks und Dalands: Bosch und die Staatsphilharmonie entfalten Wagners Partitur in vitalen Farben und trotz aller rhythmischen und dynamischen Wucht mit jener Transparenz, die nötig ist, um den sinfonischen Zusammenhalt der disparaten musikalischen Elemente zu sichern.



So modern wie das klingt, wirkt auch Malkowskys Inszenierung, die die Akteure in Harald B. Thors – von ihm stammt die Ausstattung des jetzt begonnenen Münchner „Ring des Nibelungen“ – abstraktem Raum voneinander isoliert: Da trifft Senta ihren Traummann, den sie schon so lange anhimmelt, und der Holländer seine Traumfrau, die ihm Erlösung von der ewigen Irrfahrt über die Weltmeere bringen soll – und trotzdem klappt die Liebe nicht. Warum? Malkowskys Antwort lautet: Weil all diese Figuren von den Idealbildern in ihrer Vorstellung dominiert werden, die eine Beziehung im realen Leben blockieren. Konsequenterweise findet dieser „Holländer“ in einer Art Kunstmuseum statt – mit Seefahrt- und Wassermotiven von William Turner bis Mark Rothko.

Überzeugend in Höhenkraft und -sicherheit ihres dramatischen Soprans war Christiane Libor als Senta. Guido Jentjens gestaltete mit souveränem Bass die Partie des smarten Daland; Tilman Lichdi glänzte als Steuermann mit seinem jugendlich leichten Tenor; Leila Pfister gab Sentas Amme Mary einen guten Schuss Mezzo-Brio. Michael Putsch ließ mit expressivem Tenor die Leiden Eriks als von Senta wegen des Holländers kaltgestellter Geliebter spürbar werden. Randall Jakobsh gab dem Holländer eine markante Bassgrundierung, blieb in der Mittellage jedoch hin und wieder zu monochrom. Eine famose Leistung brachten die vielfach und vielfältig geforderten Chöre – eine Fahrt mit diesem „Holländer“ kann vorbehaltlos empfohlen werden. 



Thomas Heinold

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