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Deutschlands schönstes Festival für Literatur, das dieses Jahr vom 23. bis 26. August stattfinden wird, hat sogar einen kleinen Rekord zu vermelden: Mit der Schottin A. L. Kennedy konnte nicht nur ein international überaus gefeierter Gast gewonnen werden, sondern auch der jüngste, dem bisher eines der großen „Autorenporträts“ gewidmet wurde.
Am Samstag, 25. August, wird Kennedy – Jahrgang 1965 – im Erlanger Markgrafentheater Rede und Antwort stehen. Im Gepäck ihren neuen Roman „Das blaue Buch“, mit dem sie von Wagenbach zum Hanser Verlag wechselt. Darin wird eine Kreuzfahrt zur emotionalen und auch erotischen Kraftprobe zweier Männer um eine Frau – mit gewohnt schonungslosem Finale. Kennedy, man weiß es, schreibt keine leichte Kost und kennt keine Kompromisse...
Aber auch die beiden anderen Porträts versprechen Unterhaltung mit höchstem Anspruch: Am Freitagabend steht Uwe Timm im Mittelpunkt, mit 72 Jahren und einer Werkpalette von „Rennschwein Rudi Rüssel“ bis zur „Entdeckung der Currywurst“ eine der sympathischsten Erscheinungen der deutschen Gegenwartsliteratur. Am Sonntag schließlich wird der belgische Autor Jean-Philippe Toussaint geehrt, ein Multitalent, das auch fotografiert, Regie führt und künstlerische Installationen baut. Bei der Moderatorin Verena Auffermann ist er jedenfalls gut aufgehoben.
Auffermann hat auch die schöne Aufgabe, einer immer noch ziemlich prominenten Kollegin – und persönlichen Freundin – zum 70. Geburtstag zu gratulieren: der österreichischen Star-Kritikerin Sigrid Löffler, einst das (gespieltermaßen) biestig-bissige Gegenstück zu Obermacho Marcel Reich-Ranicki im legendären „Literarischen Quartett“.
Bei hoffentlich hochsommerlichem Wetter – die Hoffnung stirbt zuletzt – lockt der Schlossgarten am Wochenende mit wichtigen Neuerscheinungen, darunter Werke von Marcel Beyer und Jenny Erpenbeck, Dea Loher, Michael Maar und Anne Weber. Auch Olga Martynova, die Gewinnerin des diesjährigen Bachmann-Preises, hat für Erlangen zugesagt. Der passende Titel: „Ich werde sagen: Hi!“. Eigene Veranstaltungen bekommen Ljudmila Ulitzkaja, eine der beliebtesten – und besten – russischen Autorinnen (demnächst erscheint von ihr „Das grüne Zelt“), sowie der Neuseeländer Anthony McCarten. Sein Heimatland wird im Herbst Gastland der Frankfurter Buchmesse sein, in Erlangen hat „Ganz normale Helden“, McCartens neuer Roman, seine Vorpremiere...
Auch eine Übersetzerwerkstatt wird es beim 32. Poetenfest wieder geben, diesmal mit frisch eingedeutschten Klassikern wie Bulgakows „Der Meister und Margarita“ (von Alexander Nitzberg) und dem unsterblichen „Dracula“ (von Andreas Nohl). Der 100. Todestag des irischen Autors Bram Stoker ist zudem Anlass für eine „Lange Nacht der Vampire“, die Mythen- und Medienexperte Herbert Heinzelmann moderieren wird.
Und mag es bei der gewohnt schwergewichtigen Sonntagsmatinee in diesem Jahr um „Die Entmachtung der Politik“ gehen – das Poetenfest wird mit Leichtigkeit eines beweisen: Die Macht des geschriebenen Wortes ist ungebrochen...
Alle Infos gibt es hier.

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