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„Es ist sicher die ungewöhnlichste Besetzung in der Geschichte der Bluestage“, ging Silke Rieger – die gemeinsam mit Monika Ammerer-Düll die künstlerische Leitung der 13 Konzerte umfassenden Veranstaltung hat – gleich in die Offensive, als die beiden das diesjährige Programm vorstellten.
„Nina Hagen ist in Mexiko als ,Blues Woman‘ bekannt und propagiert selbst Nicht-Schubladen-Denken“, berief sich Rieger auf die Sängerin mit der vier Oktaven umfassenden Stimme. Zugleich rechtfertigte Rieger die Verpflichtung der 56-Jährigen mit „den Blues-, Gospel- und Soulelementen in ihrer Musik sowie ihrer tiefen Verbundenheit mit der Spiritualität von Blues und Soul“.
Gitarrenlastig wie eh und je sind die diesjährigen Bluestage dank Akteuren wie Dobro-Spezialist Eric Sardinas, Walter Trout (früher John Mayall’s Bluesbreakers, Canned Heat), Abschluss-Act Philip Sayce (Ex-Melissa Etheridge Band, Jeff Healey), Paul Rose, Matt Schofield oder dem in der Schweiz lebenden italienischen Veteranen Rudy Rotta. Ein kleiner Themenschwerpunkt ist allerdings auch der Mundharmonika gewidmet, mit dem britischen Nachwuchsmusiker Will Wilde und Ruhrpott-Harp-Ass Chris Kramer.
Auffällig ist beim 2012-Programm aber auch die starke deutsche Komponente neben Nina Hagen: Die Hamburg Bluesband (mit dem englischen Sangesaltmeister Chris Farlowe als Frontmann) kommt im Rahmen ihrer Jubiläumstournee zum 30-jährigen Bestehen; der Dortmunder Kramer singt die ausgesprochen rockigen Songs seiner neuen CD „Kramer kommt!“ auf Deutsch, dazu mit der 1976 gegründeten Monokel Blues Band eine der dienstältesten (und zu DDR-Zeiten widerspenstigsten) ostdeutschen Gruppen.
Und der auch als Schauspieler, Kinderbuchautor und bildender Künstler aktive Richard Bargel kommt gemeinsam mit dem früheren Bap-Gitarristen Klaus „Major“ Heuser. „Wir haben uns in verschiedenen musikalischen Welten bewegt, bis wir uns bei einer TV-Show begegneten und beschlossen, gemeinsam etwas zu machen“, berichtet Blues-Veteran Bargel mittels Skype-Zuschaltung. „Die Frage ist, ob man sich behindert oder ergänzt – und wir beiden ergänzen uns“, kommentiert Heuser trocken.
Für einen eher exotischen Klangfarbtupfer wird der einstige James-Brown-Mitstreiter und Jazz-Liebhaber Pee Wee Ellis mit seinem Saxofon – laut Ammerer-Düll die „personifizierte musikalische Geschmeidigkeit“ – sorgen, und auch die US-Sängerin Dana Fuchs, die die Bluestage eröffnet, tendiert mit ihrer Band gelegentlich in Richtung Jazz, Soul und R&B.
Neuerungen gibt es bei den Rother Spielstätten. Die inzwischen als reines Speiserestaurant firmierende „Wunderbar“ fällt aus, ebenso die Kirchen; neu hinzugekommen ist zur Kulturfabrik, dem Club Posthorn und dem Wirtshaus Linde die AWO-Einrichtung „Auf Draht“, wo der traditionelle Bluesbrunch mit Big Daddy Wilson, dem „Blueszauberer auf der Akustikgitarre“ (Rieger) stattfindet.
Einzelheiten wie Auftrittstermine und Infos zu den einzelnen Akteuren sind auf der neugestalteten Homepage zu finden, wo bereits während der Veranstaltungsreihe auch Videodokumentationen der Konzerte hochgeladen werden.
www.bluestage.de
Mi. 23.05.12
Mi. 23.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12
Di. 22.05.12