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„Allmählich geht die Kraft aus“, sagt auch Fanfest-Organisator Christopher Dietz. Die Fußball-Feier geht in die vorletzte Runde und erlebt einen echten Klassiker: Deutschland trifft auf Italien.
Reisinger und sein Kumpel Stephan Sasonow (31) sind voller Zuversicht, dass es nach den Pleiten bei den Weltmeisterschaften 2006 oder 1982 diesmal klappt mit einem Sieg der Deutschen über die Squadra Azzurra. Die Aufstellung indes überrascht die beiden. „Mit Toni Kroos haben wir nicht gerechnet“, sagen sie unisono. „Aber bisher lag Joachim Löw mit seinen Personalentscheidungen immer richtig“, meint Reisinger und erinnert an die Überraschungen vor dem Griechenland-Spiel mit vier neuen Leuten. Auch die anfangs überraschende Nominierung von Mario Gomez habe sich bezahlt gemacht. Deswegen will Reisinger nicht meckern, selbst wenn es ihn ein bisschen nervt, dass Lukas Podolski ins Team zurückgekehrt ist. Aber dennoch: Italien ist schlagbar, finden beide.
„Zumal die keine Tore schießen“, sagt Sasonow. Doch diese These widerlegt Mario Balotelli schon nach 20 Minuten. Unter dem Jubel der doch auch nicht gerade wenigen italienischen Fans auf der Wöhrder Wiese macht er das 1:0 für das Team von Trainer Cesare Prandelli. Doch das ist noch kein Stimmungskiller. „Uns bleiben doch noch 70 Minuten“, meint Sasonow, der sich nicht beunruhigen lassen will. Und wenig später erleben muss, wie der italienische Stürmer prompt auf 2:0 erhöht. Und dann setzt auch noch der Regen ein. Organisator Christopher Dietz hatte schon vor Anpfiff skeptisch die dunklen Wolken am Himmel beobachtet. 0:2 hinten und dann auch noch nass werden? Nein danke, denken sich viele Deutschland-Fans und suchen das Weite. Andere finden unter dem Brezelstand Unterschlupf, zudem werden Deutschland-Fahnen als Regenschutz umfunktioniert. Der Flaggenverkäufer weiß, woran der Rückstand liegen könnte – er hat seine magischen Hasenohren in Schwarz-Rot-Gold diesmal nicht aufgesetzt. Das wird in der Halbzeitpause rasch nachgeholt. Doch Italien bleibt vorne und viele Deutschland-Fans trotten im Regen von dannen.
Bester Stimmung ist derweil der 31-jährige Carlos. Zwar ist er in Nürnberg geboren, aber seine Wurzeln liegen in Sizilien. Er findet es schön, dass deutsche und italienische Fans gemeinsam das Spiel gucken. Es herrsche ja kein Kriegszustand zwischen den Nationen, sagt er. „Am Ende soll der Bessere gewinnen.“ Und dies ist an diesem Abend Italien, auch wenn durch das Elfmetertor zum 1:2 kurz noch einmal Hoffnung aufkeimt. Aber die Hasenohren helfen schließlich nicht mehr. Am Sonntag steht nun noch das Endspiel an, doch Schwarz-Rot-Gold ist dann nicht mehr angesagt auf der Wöhrder Wiese. Die sich ab Montag wieder ein wenig erholen kann.
Mi. 04.07.12
Mi. 04.07.12
Di. 03.07.12
Di. 03.07.12
Mo. 02.07.12