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„Die Fachkräftelücke steht uns nicht bevor, sie ist bereits Realität“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil in der Nürnberger Jugendkirche Lux. Bayernweit würden der Wirtschaft bis 2015 rund 500000 Fachkräfte fehlen, bis 2030 möglicherweise sogar eine Million. „Bayern ist das Chancenland Nummer eins in Deutschland, und die Metropolregion Nürnberg ist ein Top-Standort in diesem Chancenland“, so Zeil.
Damit dies auch so bleibe, müsse man an allen möglichen Schalthebeln ansetzen und alles versuchen, um Fachkräfte aus dem Inland ebenso zu gewinnen wie aus dem Ausland. „Wir müssen aber auch an die 450000 bis eine Million Bayern denken, die in den vergangenen Jahren ins Ausland ausgewandert sind – und versuchen, möglichst viele von ihnen zurückzuholen“, sagte er. Außerdem müsse alles dafür getan werden, die in Bayern ausgebildeten ausländischen Studenten zu halten.
Um die „Allianz pro Fachkräfte“ der Metropolregion Nürnberg tatkräftig zu unterstützen, ist das bayerische Wirtschaftsministerium dieser Initiative beigetreten. Ins Leben gerufen wurde der Verbund von der IHK für Mittelfranken und der Regionaldirektion Bayern. Mit dabei sind inzwischen unter anderem das bayerische Arbeitsministerium, die zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (BA) in Bonn, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg, der Rat der Metropolregion Nürnberg, die IHK Bayreuth und Coburg, die Handwerkskammer Mittelfranken und der Deutsch-Türkische Unternehmerverband TIAD.
Dass es nicht genügt, ausländischen Fachkräften in der Metropolregion gute Jobs zu bieten, machte Manfred Schmidt, Präsident des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, deutlich. „Wenn wir Hochqualifizierte in unsere Region locken wollen, müssen wir immer auch an deren Familien denken“, sagte er. „Und das gelingt nur dann, wenn wir ein Klima schaffen, in dem sich die ganze Familie hier angenommen fühlt.“ Dazu gehöre nicht nur die oft erwähnte Willkommenskultur, sondern auch Arbeitsplätze für die Familienangehörigen und die Betreuung von Kleinkindern.
Das bestätigte auch Monika Varnhagen, Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der BA. Die BA-Einrichtung hilft allen interessierten Unternehmern bei der konkreten Anwerbung von Fachkräften im Ausland – bevorzugt erst einmal in Griechenland, Spanien und Portugal, bei Bedarf auch außerhalb Europas.
„Es muss auch endlich in unserer Gesellschaft ankommen, dass Hochqualifizierte aus dem Ausland niemandem den Arbeitsplatz wegnehmen, sondern dass sie dazu beitragen, Stellen für Einheimische zu schaffen“, sagte Zeil.
Mi. 23.05.12
Mi. 16.05.12
Mi. 16.05.12
Mi. 16.05.12