|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Thilo Sarrazin, der schon als Berliner Finanzsenator gern mit missverständlichen Sprüchen hausieren ging, hat die rote Linie der Zumutungen überschritten.
Er bestritt gestern in Berlin energisch, mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ billig Stimmung machen zu wollen. Doch genau das tut er. In vielem, was er über die Unterschicht von Zuwanderern aus muslimischen Kulturkreisen sagt, deren Bildungsferne, Unlust sich zu integrieren, Bequemlichkeit in der sozialen Hängematte und Fortpflanzungsfreude er anprangert, steckt ein Stück Wahrheit. Es ist auch nicht grundsätzlich falsch, was Sarrazin über drohende ethnische und demografische Veränderungen bei abnehmender Intelligenz der bundesdeutschen Bevölkerungsstruktur an die Wand malt.
Doch wie er es sagt, wie er sich auch wissenschaftliche Halbwahrheiten zunutze macht und sie schamlos verallgemeinert, verrät seine Lust an gnadenlosen Zuspitzungen. Viel Feind, viel Ehr’ war schon immer ein Lebensstil, den Sarrazin offenbar für sein überzogenes Selbstbewusstsein braucht. Dass er gesellschaftlich zwischen allen Stühlen sitzt und von der SPD – deren Mitglied er „bis an mein Lebensende bleiben“ will –, als unerträgliche Belastung empfunden wird, stört ihn in seiner Selbstherrlichkeit nicht.
Den letzten Rest von Verständnis hat Sarrazin verspielt, als er am Sonntag in einem Interview den Juden ein „bestimmtes Gen“ andichtete, was sie von anderen unterscheiden würde. Damit enttarnte er sich selbst als Polarisierer, den man schon hinter seinen islamfeindlichen Äußerungen vermutet hat. Noch räumt ihm die Bundesbank eine Schonfrist ein. Doch viel fehlt wohl nicht mehr und Sarrazin ist seinen Job als Vorstandsmitglied los.
