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Seit zwei Jahren pendelt das Damoklesschwert des Staatsbankrotts über Athen, und nicht nur Finanzminister Evangelos Venizelos fühlt sich vom Kampf gegen die Pleite inzwischen an die ausweglose Auseinandersetzung mit der vielköpfigen Hydra erinnert: Ist ein Problem gelöst, tut sich das nächste auf.
Selbst die EU-Kommission verliert die Zuversicht. Das lange Undenkbare scheint nun denkbar: Griechenlands Austritt aus der Eurozone. Es sei „einfach nicht wahr“, dass dann alles zusammenbräche, baut Kommissions-Vize Neelie Kroes vor. Ihre griechische Kollegin Maria Damanaki berichtet von Ausstiegsplänen in ihrer Heimat. Und Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker schwadroniert über eine Pleite im März.
Vielen Griechen wäre solch ein Ende mit Schrecken offenbar lieber als die ewige Hängepartie. „Es reicht“, skandierten sie gestern gegen Gehaltskürzungen in der Privatwirtschaft und Entlassungen im Öffentlichen Dienst. „Vorwärts bis zum Sieg“, war auf ihren Transparenten zu lesen.
Doch solch ein Sieg könnte sehr bitter sein: Denn was nach dem Staatsbankrott und dem Abschied vom Euro käme, wäre für die Griechen eine weit härtere Rosskur als alle kursierenden Sparvorschläge. Und auch für die EU-Partner wäre Athens Pleite teuer: Ihre eigenen Forderungen könnten sie in den Wind schreiben; der Schutz der übrigen Krisenstaaten vor einem DominoEffekt würde noch kostspieliger; und die Steuerzahler in der EU müssten wohl auch für den griechischen Wiederaufbau zahlen.
Ein Rausschmiss Griechenlands aus der Eurozone wäre also nicht nur ein politischer Offenbarungseid. Das Ende der europäischen Solidarität wäre auch alles andere als billig.
