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Kommentar: Der beleidigte Sonnenkönig

Lafontaine warf wieder mal hin - 23.05.2012 18:41 Uhr

Ob er tatsächlich geglaubt haben mag, die Linkssozialisten würden sich vor ihm in den Staub werfen, ist nur schwer zu ergründen. Jedenfalls hat alles peinliche Trommeln seiner Lebensgefährtin Sahra Wagenknecht und seines Adlatus Klaus Ernst für eine Rückkehr der einstigen Ikone nicht darüber hinwegtäuschen können, dass „Oskars“ Glanz matt geworden ist. Er hinterlässt einen Trümmerhaufen.

Gescheitert ist aber nicht nur der rote Sonnenkönig persönlich, sondern auch seine Politik eines fast schon pathologischen Hasses auf seine einstige Heimat SPD. Zumindest die ostdeutschen Landesverbände begehren schon lange gegen die brotlose Kunst der von Klaus Ernst in Lafontaines Auftrag gesteuerten Strategie auf, nicht in der Union oder den Liberalen den politischen Hauptfeind zu sehen, sondern in den Sozialdemokraten.

Wie es mit der Linkspartei weitergehen wird, ist so kurz vor dem Göttinger Parteitag nicht abzusehen. Die gemeinsame Kandidatur der beiden linken Frauen Kipping und Schwabedissen ist ein Auftritt zweier weithin Unbekannter. Das gilt auch für die Sächsin Sabine Zimmermann, die den weiblichen Part neben einem Parteichef Lafontaine übernehmen wollte. Und schon laufen sich weitere mögliche Kandidatinnen und Kandidaten warm.

Nie war die Spaltung der Linkspartei in westdeutsche Radikale und ostdeutsche Pragmatiker so in Sichtnähe wie zur Zeit. Misslingen auch die nächsten Wahlen, ist eine Auferstehung der alten PDS in Ostdeutschland gut möglich. 

DIETER W. ROCKENMAIER

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