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Kommentar: Ein Präsident greift nach den Sternen

Mahmud Ahmadinedschad - 05.02.2013 20:48 Uhr

Nürnberg  - Wo ist es schöner: im Weltall oder im Teheraner Evin-Gefängnis? Diese Frage könnte sich Irans Staatspräsident Mahmud Ahmadinedschad gestellt haben, als er sagte: "Ich bin bereit, für den wissenschaftlichen Fortschritt des Landes sogar mein Leben zu opfern und der erste iranische Astronaut im All zu werden".

Mahmud Ahmadinedschad
Mahmud Ahmadinedschad
Foto: Abedin Taherkenareh/Archiv (dpa)
Mahmud Ahmadinedschad
Mahmud Ahmadinedschad
Foto: Abedin Taherkenareh/Archiv (dpa)

Dabei hatten manche Iraner noch ein paar Tage zuvor gescherzt, man hätte besser Ahmadinedschad selbst auf den Mond schießen sollen als jenen bemitleidenswerten Affen, der kürzlich in den Orbit geschossen wurde.

Im Evin-Gefängnis könnte schon eine Zelle für den 56-Jährigen reserviert sein, wenn er im Juni aus dem Präsidentenamt scheidet. Denn der religiöse Führer Ayatollah Ali Chamenei und das konservative Establishment haben mit ihm viele Rechnungen offen, der interne Machtkampf spitzt sich zu – Ahmadinedschad rebelliert offen gegen Chamenei.

Ein paar Vertraute sind schon im berüchtigten Evin: der Ex-Chef der Nachrichtenagentur Irna, Ali-Akbar Javanfekr, ist seit Monaten da – seine regimekritische Tochter hat in Nürnberg Asylantrag gestellt. Seit Montagabend sitzt auch Said Mortazawi ein – und erstmals gibt es in der politischen Opposition wohl niemanden, der über die Festnahme unglücklich wäre: Auf das Konto des Ex-Oberstaatsanwalts gehen mehrere Foltermorde im Gefängnis.

Nachdem er im Auftrag Ahmadinedschads die Familie des Parlamentspräsidenten Ali Laridschani bespitzelt hatte, um ihr Korruption nachzuweisen, schlug jetzt das Establishment zurück.

Jetzt muss Mortazawi in Haft – ein Wink mit dem Zaunpfahl für Ahmadinedschad. Der will sich trotzdem nicht warm anziehen, sondern drohte gar damit, weitere Enthüllungen zu präsentieren. 

STEPHANIE RUPP


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