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Mit 99,9 Prozent der verfügbaren Trainer hat er sich vermutlich nicht mal im Traum befasst, als er kurz vor Weihnachten plötzlich einen Nachfolger für Dieter Hecking suchen musste. Die meisten der „üblichen Verdächtigen“ sind nun mal nicht kompatibel mit diesem Verein, und einige waren ja auch schon mal da und sind letztendlich gescheitert.
Bader wurde eiskalt erwischt. Hecking war mit einem langfristigen Vertrag ausgestattet, ehe er ohne Vorwarnung seine Zelte abbrach. „Plan B“ war nicht geschmiedet, zumindest nicht bewusst, ehe er sich schnell verselbstständigte. Warum in die Ferne schweifen? Mit Michael Wiesinger stand ein waschechter Cluberer bereits in Lohn und Brot. der die nötige Trainerlizenz in der Tasche hat. Ihn zu befördern und ihm mit Armin Reutershahn einen kompetenten Mann aus dem bis dato funktionierenden Trainerteam zur Seite zu stellen, war ein naheliegender Schritt. Ob es der richtige war, das wird man freilich erst in ein paar Monaten wissen.
Die Ausgangslage hat dem 1.FCN diese Entscheidung relativ leicht gemacht. Die Gefahr, dass es schiefgeht, ist relativ gering. Die Mannschaft ist – anders als beim klassischen Trainerwechsel – intakt. Und sie hat 20 Punkte auf der hohen Kante, der Vorsprung zu den Abstiegsplätzen wirkt komfortabel. Um das Saisonziel Klassenerhalt zu erreichen, benötigt man keinen Feuerwehrmann, keinen Lautsprecher, keinen Motivationskünstler, keinen Zauberer, keinen Chefeinkäufer. Das sollten auch zwei solide Fachleute aus den eigenen Reihen hinkriegen. Die sich natürlich erst noch beweisen müssen, aber das Budget des nach wie vor nicht auf Rosen gebetteten Clubs nicht über Gebühr strapazieren.
Bestärkt wurden die Macher im Neuen Zabo, die nun in aller Ruhe über einer optimalen Langzeitlösung brüten können, von ähnlich gelagerten positiven Beispielen aus der Branche. In Mainz (Tuchel) und in Freiburg (Streich) erwiesen sich interne Rochaden als absolute Volltreffer, in Leverkusen (Hyypiä/Lewandowski) sorgt ein Duo aus den eigenen Reihen für Furore. Von Wiesinger/Reutershahn erwartet niemand Wunderdinge, sie müssen nur solide funktionieren.

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