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Kommentar: "Liebe – Tragik – Jelinek"

Prominenter Essay zu Wagners "Ring" - 23.05.2012 21:03 Uhr

Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek, in dem die provokante Dichterin berühmt berüchtigter „Textflächen“ nun ihre Version zu Richard Wagners „Ring des Nibelungen“ beisteuert. Am 1. Juli wird Jelineks Text bei den Münchner Opernfestspielen uraufgeführt – passend zu Wagners 200. Geburtstag im nächsten Jahr.

Der Dialog beginnt aus der Sicht Brünnhildes, der Tochter von Gottvater Wotan – und man darf sicher sein, dass die eingefleischte Feministin Jelinek den weiblichen Blick auf die großen Machtkämpfe im Götterdrama schärfen wird.

Dabei haben bei Wagner eh schon die Frauen die Hosen an: Ob Fricka, Brünnhilde oder Urmutter Erda – sie alle sind im „Ring“ den Männern deutlich voraus. Und auch der Meister selbst schied mit einem Satz aus dem Leben, der schärfer formuliert ist als jeder Jelinek-Text: „Gleichwohl geht der Prozess der Emanzipation des Weibes nur unter ekstatischen Zuckungen von sich. Liebe – Tragik.“ 

THOMAS HEINOLD

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