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Die Sittenwächter im Iran wissen offenbar ganz genau, was das von ihnen festgelegte Weltbild ins Wanken bringen kann. Aus ihrer Sicht sind die Simpsons subversiv und destruktiv. Schließlich wird Homer, der Familienvater, als ungeschickter Trottel hingestellt. Das kann in einem patriarchalischen Staat nicht geduldet werden. Da droht der Autoritätsverlust.
Bevor wir uns über die Rückständigkeit im Iran mokieren, sollten wir uns daran erinnern, dass die Simpsons gerade auch in ihrem Heimatland patriotischen Politikern wie George Bush senior ein Dorn im Auge waren und als unamerikanisch beschimpft wurden.
Als in den Fünfzigern Ruth Handler sich die Barbie-Puppe einfallen ließ, wusste sie genau: Die Mütter würden sie hassen. Und die Mädchen keine Ruhe geben, bis sie eine bekommen. Mütter hassen Barbie immer noch – oder schon wieder. Weil sie „ein falsches Frauenbild vermittelt“. Manche Feministinnen würden Barbie verbieten lassen, hätten sie die Macht der iranischen Sittenwächter.
Doch die wahre Macht liegt nicht in Verboten. Sie liegt in Ideen – in Ideen, die Kindern aus dem Herzen sprechen. Diese Ideen, einmal in die Welt gesetzt und dazu noch als Zeichentrick und Puppen, lassen sich nicht aufhalten. Wenn man über Autoritäten lachen kann, beben die Mauern der falschen Macht.
