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Inzwischen reden alle von den Sätzen, die eigentlich gar nicht für uns Fernsehzuschauer bestimmt waren, und keiner von dem, was offenbar selbst die Nachrichtenmoderatoren nicht mehr hören mögen.
Nicht umsonst zitierte Claus Kleber seine Kollegin Marietta Slomka, dass die Gespräche vor und nach der Aufzeichnung meistens interessanter seien. Ähnlich geht es uns schreibenden Journalisten auch. Da sind die Interviews häufig viel spannender, bevor sie vom Interviewten freigegeben wurden. Am Ende ist alles weichgespült, vollinszeniert und unecht: eher kleines Theater für ein so auch immer kleiner werdendes Publikum.
Das verbliebene Publikum ist freilich nichts anderes mehr gewohnt. Um so begieriger stürzt es sich auf Nuancen, auf kleine Verschiebungen der Mundwinkel, auf ein vielleicht Entschlossenheit ausstrahlendes Heben der Augenbraue, auf feine Andeutungen zwischen den Zeilen... Gleichzeitig bemühen sich die Interviewten dann, auch hier noch mehr Kontrolle walten zu lassen, um uns mit noch emotionsfreier vorgetragenen, noch besser einstudierten Statements noch besser langweilen zu können.
Dabei haben uns Kleber und Seehofer doch gezeigt, dass mehr Lockerheit allen nutzt. Dem Moderator, dem Politiker und dem Zuschauer.

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