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Kommentar: Steinbrück läuft sich warm

Die SPD und die K-Frage - 07.07.2011 20:02 Uhr

An prallem Selbstbewusstsein hat es dem gelernten Diplom-Volkswirt Peer Steinbrück noch nie gefehlt. So hält der ehemalige SPD-Vize seinen guten Ruf als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und als Bundesfinanzminister der Großen Koalition auch für ausreichend, um sich ungerufen als Kanzlerkandidat ins Spiel zu bringen.

Offenbar will er Kanzlerkandidat der SPD werden: Peer Steinbrück.
Offenbar will er Kanzlerkandidat der SPD werden: Peer Steinbrück.
Foto: dapd
Offenbar will er Kanzlerkandidat der SPD werden: Peer Steinbrück.
Offenbar will er Kanzlerkandidat der SPD werden: Peer Steinbrück.
Foto: dapd

In der Popularitätskurve der Bundesbürger liegt der derzeit einfache Bundestagsabgeordnete jedenfalls mit an der Spitze.

Sein großes Vorbild ist Helmut Schmidt, mit dem er gelegentlich Schach spielt. Wie der ehemalige Bundeskanzler, der wegen seiner ungetrübten Urteilskraft trotz des hohen Alters noch heute großes Ansehen genießt, besitzt auch Steinbrück die Fähigkeit zu klugen wirtschafts- und finanzpolitischen Analysen. So erntete er

viel Lob, wie er zusammen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel Deutschland durch die Finanzkrise steuerte.

Seine ironische oft schulmeisterliche Art, andere Meinungen nicht gelten zu lassen, hat dem kühlen Hamburger in der Vergangenheit freilich nicht immer Freunde gemacht. Steinbrück bekennt offen, dass er sich in der SPD dem Lager rechts von der Mitte zugehörig fühlt. Deshalb dürfte es im linken Flügel der Partei große Vorbehalte gegen eine Kanzlerkandidatur geben.

Noch dürften auch Parteichef Siegmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier Anspruch auf die Kandidatur erheben. Doch der eine gilt als sprunghaft, der andere als Wahl-Verlierer. Steinbrück kann sich also durchaus Hoffnungen machen, für die SPD ins Rennen zu gehen.
 

DIETER W. ROCKENMAIER

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