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Nun zählt der 60-jährige Volljurist nicht gerade zur prominenten Garde der Unionspolitiker im Bundestag. Da stellt sich die Frage, warum er sich so weit aus dem Fenster lehnt. Will er ein Beispiel geben oder wurde er vorgeschickt? Dass er nur auffallen wollte, passt jedenfalls nicht zu seiner bisher wenig stromlinienförmigen Parteikarriere.
Ausgerechnet 1972, als die SPD mit Willy Brandt auf ihrem Höhepunkt war, trat Wellmann der CDU in Berlin bei. Als 2005 und 2009 direkt gewählter Bundestagsabgeordneter des durch und durch bürgerlichen Wahlkreises Steglitz-Zehlendorf und als Vorsitzender des noblen CDU-Ortsverbandes Berlin-Dahlem gilt sein Interesse der Außenpolitik, vornehmlich den Vereinten Nationen, der EU und dem Europarat. Und so einer durchbricht in der Union als erster die Phalanx der Wulff-Gesundbeter?
Es könnte sein, dass sich der Außenpolitiker Wellmann vor allem um das Ansehen des Präsidentenamtes bei unseren Nachbarn und Verbündeten sorgt. Er sieht das Amt schon jetzt beschädigt und wünscht sich deshalb dringend ein Ende der öffentlichen Diskussion. Weil diese aber nur durch einen Rücktritt Wulffs zu erreichen ist, nimmt Wellmann in Kauf, als Königsmörder angeprangert zu werden.
