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Denn auch die neuen Facetten der Präsidenten-Affäre bleiben für Wulff wohl folgenlos, solange er selbst keine Konsequenzen zieht. Sein Amt allerdings, das größer ist als seine Inhaber, das auch einen Außenseiter wie Horst Köhler zum Liebling der Deutschen machte, bleibt davon nicht unbeschadet.
„Wir wissen von nichts“ – nach der Intervention von Wulffs Gönner David Groenewold hatten sich die Sylter Hotelangestellten ein Schweigegelübde auferlegt. „Wir wollen nichts mehr wissen“, möchte man nun die „Bild“-Recherchen abtun, die offenbar erneut am Bundespräsidenten abperlen.
Denn dem Land kann es nicht gut tun, wenn sich Millionen Bürger von immer neuen Ausflüchten ihres Staatsoberhauptes und dessen Anwälten hinters Licht geführt fühlen. Die befremdliche Barrückzahlung der Sylt-Einladung ist da nur eine weitere Spitze eines Eisbergs. Trotzdem wird es für Wulff erst dann richtig gefährlich, wenn sich der Verdacht einer zeitnahen Staatsbürgschaft an Groenewold belegen lässt. Bis dahin bleibt die Summe der Vorwürfe peinlich genug, um selbst zu gehen.
Gerade um Politiker immun zu machen gegen Verlockungen der Wirtschaft, gehen die stattlichen staatlichen Gehälter in Ordnung. Doch dass ein Ministerpräsident mit 12700 Euro Monatsgehalt seine 258-Euro-Übernachtung womöglich nicht selbst bezahlt hat, das nährt die Zweifel an der Eignung dessen, der da im höchsten Amte sitzt. Lange war spekuliert worden, Wulffs Affäre könnte der Sargnagel sein für die Regierung Merkel. Die guten Umfragewerte der Kanzlerin und der Aufwärtstrend der Union widerlegen das. Wulff allein hat das verheerende Bild zu verantworten, das er abgibt. Und das so gar nicht passt zu seinem Amt.
