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Kommentar: Zahlen auf den Tisch, aber fix!

Stuttgart21 - 05.02.2013 20:47 Uhr

Nürnberg  - Steht nach dem Chaos um den neuen Berliner Großflughafen BER nun auch ein Desaster beim Milliardenprojekt Stuttgart21 bevor? Geht der Bund gar auf Abstand zu der noch immer heftig umstrittenen Verlegung des Stuttgarter Hauptbahnhofs unter die Erde?

„Quatsch“, sagt der Bundesverkehrsminister und spricht von „Einzelmeinungen der unteren Ebene meines Ministeriums“. Die Deutsche Bahn sekundiert. Doch ganz so einfach können es sich die Bundesregierung und ihr Unternehmen beim Herunterspielen der brisanten Medienenthüllungen nicht machen.

Die von der „Stuttgarter Zeitung“ und „Spiegel Online“ aus einem Dossier des Verkehrsministeriums zitierten höchst bedenklichen Fakten kommen einem sehr bekannt vor – klingen sie doch verteufelt nach den Vorwürfen, die man den Verantwortlichen des Berliner Flughafens macht: Verschiebung der Fertigstellung um mehrere Jahre, unsichere Finanzierung und zweifelhafte Wirtschaftlichkeit. Angeblich denken die Bahnexperten sogar über eine Beibehaltung des Kopfbahnhofs in der baden-württembergischen Landeshauptstadt nach.

Schon länger gibt es Gerüchte, dass die Finanzierung von Stuttgart21 hinten und vorne nicht ausreicht. Jetzt stellen die Vertreter des Bundes im Aufsichtsrat der Bahn offenbar die Grundlage für die Freigabe weiterer Milliarden in Frage. Statt 2020 soll der unterirdische Bahnhof erst vier Jahre später fertig werden.

Deshalb ist es höchste Zeit, dass die wahren Zahlen auf den Tisch kommen. Die Erklärungen der Bahn, man könne Fragen zu möglichen weiteren Terminverschiebungen und zur Wirtschaftlichkeit von Stuttgart21 kurzfristig nicht beantworten, sind Ausflüchte. Vielleicht geht es wirklich nicht „auf die Schnelle“. Doch es muss sich verhältnismäßig rasch feststellen lassen, inwieweit die Einwände der Experten des Bundes den Tatsachen entsprechen.

Wie will man dem Bürger denn erklären, dass Stuttgart21 weitere Milliarden verschlingt, während an anderen Bahnhöfen der Putz bröckelt?
  

DIETER W. ROCKENMAIER


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