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In beiden Ländern scheint die FDP kurz vor den Wahlgängen Rückenwind zu bekommen. Fünf Prozent sagen jüngste Umfragen in NRW voraus, gar sieben in Schleswig-Holstein – nicht berauschend, aber angesichts der demütigenden Umfrage- und Wahlergebnisse der vergangenen Monate doch bemerkenswert.
Mitleid ist keine politische Kategorie, daran wird das Frühsommerhoch der Liberalen wohl nicht liegen; fraglich auch, ob das von FDP-Chef Rösler selbstinszenierte Helden-Epos vom Bundespräsidenten-Macher bei den Wählern ankommt. Vielleicht wird es einfach belohnt, dass die Parteispitze – wenn auch spät – eingesehen hat, dass die Forderung nach Steuersenkungen allein programmatisch nicht reicht. Noch mit am wahrscheinlichsten ist allerdings, dass die Fokussierung des Wahlkampfes auf Lindner im Westen und Kubicki im Norden kurz vor den Wahlen die erhoffte Wirkung zeigt.
Beide sind profilbildend und heischen nach öffentlicher Aufmerksamkeit – gerade, wenn es ihnen persönlich nutzt. Lindners Abgang diente dem Anlauf zu neuen Zielen, Kubicki definiert sich vorwiegend als Kritiker der eigenen Parteispitze. Haben Sie Erfolg, müssen sie – frei nach Rösler – liefern.

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