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Schwerstkranke und sterbende Kinder wollen am liebsten Zuhause und nicht im Krankenhaus sein - ein neues Zentrum für ambulante Schmerzversorgung macht dies in Mittel- und Oberfranken nun möglich. «Das Konzept ist, dass man den Tagen, die man noch hat, Leben gibt, und die Tage nicht mit maximalen medizinischen Möglichkeiten verlängert», sagte der Leiter der Kinder- und Jugendklinik des Uniklinikums Erlangen, Wolfgang Rascher, am Freitag in Nürnberg.
Die bereits als Testversuch laufende und nun von den Krankenkassen anerkannte Kooperation des Uniklinikums und der Cnopf'schen Kinderklinik in Nürnberg beruht auf dem Netzwerkgedanken: Im Mittelpunkt steht ein speziell für die Schmerzlinderung ausgebildetes Palliativteam aus drei Ärzten und drei Pflegern. Dazu kommen Psychologen, Sozialpädagogen und Seelsorger. Dieses Team kümmert sich um die betroffenen Familien und baut um jedes kranke Kind herum ein Netzwerk auf.
Um Unsicherheiten der Eltern oder der behandelnden Ärzte zu begegnen, ist das Palliativteam rund um die Uhr telefonisch erreichbar. Rund 1000 Kinder und Jugendliche in der Region sind Schätzungen zufolge so schwer oder unheilbar krank, dass sie von dem neuen Zentrum betreut werden könnten.
Davon profitieren nach Einschätzung des Chefarztes der Cnopf'schen Kinderklinik, Wolfram Scheurlen, nicht nur die Kinder: «Die Eltern hatten immer unheimlich Angst, etwas falsch zu machen bei der medizinischen Versorgung ihrer Kinder, für die sie eigentlich nicht ausgebildet waren.» Bislang seien gerade die ganz kleinen Kranken durch die Versorgungsstrukturen gefallen und hätten von den Eltern betreut werden müssen - dabei sterben etwa 65 Prozent derjenigen, die vor dem Erwachsenenalter sterben, im ersten Lebensjahr.
