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Das ist nicht verwunderlich. Hatte Oskar Lafontaine doch einst - von den Linken unwidersprochen - den Nazi-Begriff "Fremdarbeiter" für ausländische Arbeitskräfte verwendet. Angesichts der Tatsache, dass Sarrazins Thesen auf so große Zustimmung in der Bevölkerung treffen, muss die Politik sich endlich zu Konsequenzen in der Integrationspolitik aufraffen. Es bringt überhaupt nichts, den jeweiligen politischen Gegnern vergangene Unterlassungen vorzurechnen und ansonsten nur billige Forderungen aufzustellen.
Die Politik muss jetzt handeln, wenn die Kluft zwischen den Politikern und der Bevölkerung nicht noch dramatischere Formen annehmen soll. Die auf den Nägeln brennenden Probleme der Integration weiter mit schlauen Worten auszusitzen, während Sarrazin gegen seine zu erwartende Abberufung als Bundesbank-Vorstand vor Gericht zieht und dabei vom Bundesverfassungsgericht möglicherweise Recht bekommt, wäre eine unmögliche Situation. Es darf nicht sein, dass die Entscheidung des Bundespräsidenten auch nur den Anschein eines "Schauprozesses" hat, wie Sarrazin glauben machen will. Dass viele Politiker von Rang die Unabhängigkeit der Bundesbank missachtet und offen Druck ausgeübt haben, war schlimm genug.
