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Verhindert der Kiebitz den Fürther Stadionneubau?

Kleiner Vogel, große Wirkung - 14.06.2012 07:00 Uhr

FÜRTH  - Er ist gerade mal etwas größer als eine Handfläche und doch könnte er ein Projekt zum Wanken bringen, das im Vergleich geradezu riesige Ausmaße hat. Naturschützer haben auf der Fläche, auf der in wenigen Monaten das neue Fußballstadion der SpVgg Greuther Fürth entstehen soll, eine Kolonie brütender Kiebitze entdeckt. Und da dieser kleine Vogel streng geschützt ist, droht das Projekt Stadionneubau ins Stocken zu geraten.

Dies ist kein Archivbild! Der ausnehmend hübsche kleine Kiebitz wurde auf dem Gelände aufgenommen, wo das neue Stadion für das „Kleeblatt“ gebaut werden soll. Vor dem ersten Spatenstich muss nun nach einer Ersatzfläche gesucht werden, auf welcher der Kiebitz brüten kann.
Dies ist kein Archivbild! Der ausnehmend hübsche kleine Kiebitz wurde auf dem Gelände aufgenommen, wo das neue Stadion für das „Kleeblatt“ gebaut werden soll. Vor dem ersten Spatenstich muss nun nach einer Ersatzfläche gesucht werden, auf welcher der Kiebitz brüten kann.
Foto: Sportfoto Zink
Dies ist kein Archivbild! Der ausnehmend hübsche kleine Kiebitz wurde auf dem Gelände aufgenommen, wo das neue Stadion für das „Kleeblatt“ gebaut werden soll. Vor dem ersten Spatenstich muss nun nach einer Ersatzfläche gesucht werden, auf welcher der Kiebitz brüten kann.
Dies ist kein Archivbild! Der ausnehmend hübsche kleine Kiebitz wurde auf dem Gelände aufgenommen, wo das neue Stadion für das „Kleeblatt“ gebaut werden soll. Vor dem ersten Spatenstich muss nun nach einer Ersatzfläche gesucht werden, auf welcher der Kiebitz brüten kann.
Foto: Sportfoto Zink

Als Investor Thomas Sommer vor wenigen Monaten mit seinen Plänen an die Öffentlichkeit ging und der lang geplante Neubau eines eigenen schmucken Fußball-Tempels für den fränkischen Traditionsklub damit konkrete Formen annahm, schienen sämtliche Eventualitäten geklärt. Den Grund in dem ausgewiesenen Gewerbegebiet im Fürther Süden schräg gegenüber der Pyramide wollte Sommer wenig später von der Firma Mederer kaufen. Bodenuntersuchungen auf dem ehemaligen Kasernengelände hatten keine unliebsamen Hinterlassenschaften zu Tage gefördert. Sommer, ein glühender Anhänger der Spielvereinigung, hatte sich zudem bereit erklärt, den auf rund 35 Millionen Euro veranschlagten Stadionneubau vornehmlich aus eigenen Mitteln zu finanzieren.


Fast zu schön, um wahr zu sein, hatten nicht wenige Mitglieder des Vereins in typisch fränkischer Zurückhaltung gemeint. Ein großzügiger

Gönner, der dem Verein einen lang gehegten Wunsch erfüllt, und noch dazu das Stigma der „Unaufsteigbarkeit“ wenig später abgelegt: Für das „Kleeblatt“, wie der 1903 gegründete Verein auch nach der Quasi-Fusion mit dem TSV Vestenbergsgreuth 1996 im Volksmund weiter nur gerufen wird, schienen sich dieser Tage alle Träume zu erfüllen.

Nun aber stellt sich den ehrgeizigen Plänen etwas entgegen, mit dem niemand gerechnet hatte. Auf dem 72000 Quadratmeter großen Gelände sichteten Naturfreunde jüngst den Kiebitz und den Flussregenpfeifer, deren Vertreter im bayerischen Naturschutzgesetz auf der roten Liste der gefährdeten Arten stehen und somit streng geschützt sind. Ein Umstand, der nicht wegzudiskutieren ist, wie Reinhard Scheuerlein vom Bund Naturschutz eindrücklich mahnt: „Die lokale Population einer Art darf nicht von den Baumaßnahmen beeinträchtigt werden.“

Artenschutzrechtliche Prüfung ist vorgeschrieben

In genau solchen Fällen, in denen die Belange von Natur und Mensch kollidieren, schreibt der Gesetzgeber ein Prüfverfahren zwingend vor. Sprich: Wer bauen will, muss erst genau belegen, welche und wie viele Tiere davon bedroht sein könnten. So hat die Spielvereinigung bereits eine entsprechende Firma eingeschaltet, die nun nach der sogenannten artenschutzrechtlichen Prüfung ermitteln soll, wie groß der Bestand der Kiebitze und Flussregenpfeifer auf dem Gelände nahe dem Kanal tatsächlich ist. „Wir werden dem Gesetz entsprechend alle Regelungen und Maßnahmen treffen, die nötig sind“, versprach Fürths Vizepräsident Holger Schwiewagner, der von Vereinsseite mit allen Belangen rund um den Stadionneubau befasst ist.


Das Gelände, auf dem das neue Stadion entstehen soll, gleicht derzeit einer Brachfläche. Das haben Kiebitz und Regenpfeifer auch gemerkt.
Das Gelände, auf dem das neue Stadion entstehen soll, gleicht derzeit einer Brachfläche. Das haben Kiebitz und Regenpfeifer auch gemerkt.
Foto: Sportfoto Zink
Das Gelände, auf dem das neue Stadion entstehen soll, gleicht derzeit einer Brachfläche. Das haben Kiebitz und Regenpfeifer auch gemerkt.
Das Gelände, auf dem das neue Stadion entstehen soll, gleicht derzeit einer Brachfläche. Das haben Kiebitz und Regenpfeifer auch gemerkt.
Foto: Sportfoto Zink

Die Befürchtung, dass die bestehende Kleinkolonie der Vogelpaare den Neubau der als reines Fußballstadion konzipierten Arena gefährden könnte, sieht Schwiewagner derzeit nicht. Gehe alles seinen geordneten Gang, könne im Frühjahr 2013 wie geplant mit dem Bau begonnen werden, glaubt der Fürther Vizepräsident. „Alle bisherigen diesbezüglichen Erfahrungen in der Stadt Fürth und bei anderen Bauprojekten haben nach meinem Kenntnisstand nicht zu einer kompletten Einstellung von Bauprojekten geführt.“

Das klingt einigermaßen optimistisch, muss doch ein großes Hindernis von den Beteiligten erst noch überwunden werden. Da sich auf dem Areal tatsächlich etliche Kiebitze und Flussregenpfeifer niedergelassen

haben, wie ein NZ-Termin vor Ort bestätigte, dürfte wohl auch das fachliche Exposé kein anderes Ergebnis haben. Dementsprechend schreibt das Gesetz in solchen Fällen zwingend vor, Ausgleichsflächen bereitzustellen. Und zwar bereits vor dem ersten Spatenstich. Es muss sich um ein Gebiet handeln, das den Bedürfnissen der Bodenbrüter entspreche, ruft Fürths BN-Vorsitzender Scheuerlein in Erinnerung: „Da muss man sehr sorgfältig und genau arbeiten, um einen geeigneten Lebensraum zu schaffen. Das ist nicht unmöglich, kostet aber Fläche.“

Wie groß die zu sein hat, wird das Gutachten ergeben. Und dann geht die Suche los, „gemeinsam mit der Stadt werden wir versuchen, die Fläche schnellstmöglich zur Verfügung zu stellen“, betont Schwiewagner, dessen Arbeitsplan in den kommenden Wochen nun eben noch um einen Punkt reicher geworden ist. Jetzt kennen sie auch in Fürth diesen Vanellus vanellus, den kleinen Vogel mit der großen Wirkung. 

Florian Pöhlmann

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Gründungsdatum:
23.09.1903
Mitgliederzahl:
2550


Kurzbeschreibung:
Die Spielvereinigung Greuther Fürth feierte als Fußballverein ihre größten Erfolge in der Vereinsgeschichte mit drei deutschen Meistertiteln in den Jahren 1914, 1926 und 1929 als SpVgg Fürth. Nach dem 2. Weltkrieg konnte die Spielvereinigung jedoch nie wieder an die großen Erfolge anknüpfen und sich folglich auch nicht für die 1963 gegründete Bundesliga qualifizieren.
Mit dem Sturz bis in die Landesliga versank der Traditionsverein in den 80er Jahren endgültig in der Bedeutungslosigkeit. Aufwärts ging es erst wieder 1994, als die Qualifikation für die neu gegründete Regionalliga gelang. Zwei Jahre später trat die Fußballabteilung des TSV Vestenbergsgreuth der SpVgg bei. Seitdem gehören die Geldsorgen der Vergangengeit an, der traditionsreiche Name SpVgg Fürth wurde durch den Zusatz Greuther ergänzt.
Seit 1997 spielte die Spielvereinigung ununterbrochen in der 2. Bundesliga, bis im Mai 2012 endlich der ersehnte Aufstieg in die Bundesliga gelang. Dort allerdings blieb der Erfolg aus, so dass Fürth in der Saison 2013/2014 wieder im Unterhaus antreten muss. Seine Heimspiele trägt der Verein, der im Volksmund "Kleeblatt" genannt wird, dann wie gewoht im altehrwürdigen Ronhof aus. Ein geplanter Stadionneubau am Rhein-Main-Donaukanal hat sich Ende 2012 zerschlagen.


Deutscher Meister: 1914, 1926, 1929


Der Kleeblatt-Kader in der Saison 2012/13
Galerie Kader SpVgg Greuther Fuerth 2012/13
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