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Michael Herbst, Vorstandsmitglied des ADAC Nordbayern, nennt sie die „Kümmerer für alles“. Sie treten in den Ferienzeiten an den stauträchtigen Wochenenden in Aktion, schwingen sich auf ihre Motorräder und sind dort, wo die gestressten Autofahrer sie am nötigsten brauchen. An Tank- und Rastanlagen entlang der wichtigsten Fernreiserouten oder gleich dort, wo ohnehin nichts mehr geht — im Stau.
28 Stauberater sind ab diesem Wochenende wieder für den ADAC in Bayern im Einsatz — alle ehrenamtlich in ihrer Freizeit. Sie arbeiten in Berufen, die ihnen dabei nützen: Fahrlehrer, Kfz-Mechaniker, auch Techniker aus den ADAC-Prüfzentren und Rot-Kreuzler sind darunter, erklärt Herbst. Alle müssen sie gute Motorradfahrer sein — und „hervorragend geschult“ für die teils nervenaufreibenden Situationen, in die sie geraten können.
Kleinere Pannen können die Stauberater selbst reparieren, bei größeren rufen sie die Kollegen von der Straßenwacht; sie informieren über Baustellen und Staufallen; sie haben Tipps für Eltern, damit die Kinder auf der Urlaubsreise nicht zu quengeln beginnen — oder helfen mit einem kleinen Spiel aus, damit die Strecke wenigstens auf diese Weise etwas kürzer wird; wenn es gekracht hat, dann sichern sie als erstes die Unfallstelle ab und ermahnen die Autofahrer, eine Rettungsgasse zu bilden; und manchmal geben sie auch Tipps, wo abseits der Autobahnen günstiger getankt werden kann. Das meint Herbst, wenn er von den „Kümmerern für alles“ spricht.
55 Millionen Deutsche fahren jedes Jahr in den Ferien in Richtung Süden durch Bayern, erklärt ADAC-Vorstand Michael Herbst. Damit werde „unser Freistaat die Staufalle Nummer eins“.
Gerade hier sind die Stauberater also besonders gefragt. Ob auf der A3 Frankfurt-Nürnberg, der A6 südlich von Nürnberg, der A9 in Richtung München, überall wird in den nächsten Wochen noch mehr los sein als sonst. Um dort zu sein, wo sie am nötigsten gebraucht werden, halten die Stauberater mit den Verkehrslage-Meldestellen der Polizeien Kontakt, in Südbayern ist der ADAC sogar mit einem Flugzeug unterwegs, um den Überblick zu behalten. Sie schwimmen im Verkehr mit, erklärt Herbst, und tauschen sich untereinander aus. Aber überall zugleich können sie auch nicht sein. Dafür sind die 28 Stauberater zu wenig.

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