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Um dem Gebäude aber doch einen gewissen Pfiff zu verleihen, hat das für die Errichtung des Hauses zuständige Staatliche Bauamt Erlangen-Nürnberg einen Kunstwettbewerb ausgerufen. 200.000 Euro haben die Auftraggeber als Budget in Aussicht gestellt. 14 Arbeiten von Künstlern aus dem In- und Ausland gingen bei Abteilungsleiter Jan Knippel im Bauamt ein, vier kamen in die engere Auswahl. In der Jury saßen neben Vertretern von Bauamt und Uni-Klinikum Experten wie Professor Stephan Balkenhol (Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe), Professor Thomas Bechinger (AdBK Stuttgart) und Angelika Nollert, Direktorin des Neuen Museums Nürnberg.
Der Favorit der Juroren ist Olaf Metzel, Professor an der Akademie der Bildenden Künste München, und in der Region kein Unbekannter. Er war es, der 2006 im Kulturprogramm zur Fußball-Weltmeisterschaft den Schönen Brunnen mit seiner Skulptur „Auf Wiedersehen“ schmückte – und damit viel Aufmerksamkeit, einige Anerkennung, aber vor allem viel Kritik bis hin zu handfesten Drohungen erhielt.
In Erlangen will sich Metzel mit der „Nord-Ost-Ecke“ verewigen, einer gut fünf Meter hohen Aluminiumskulptur, die – wo sonst? – an der nordöstlichen Kante des Klinik–Neubaus in 18 Metern Höhe angebracht werden soll. Das geschwungene Band, sagt Metzel, solle den Erlangern sowie den Besuchern des Krankenhauses zeigen: „Da ist das Bettenhaus!“
Bei der Gestaltung des silbernen Wegweisers ließ sich Metzel von der Fassade des Hauses inspirieren: „Ich habe mich vom Raster leiten lassen und es aufgenommen.“ Die Nord-Ost-Ecke soll nachts mit Leuchtdioden (LED) farbig angestrahlt werden. Im Entwurf des Künstlers ist es eine Mischung aus Gelb und Grün, doch die Farben seien verhandelbar.
„Es freut mich sehr, in Erlangen meine Arbeit realisieren zu dürfen“, sagt Metzel. Die Anfeindungen, die ihm vor sechs Jahren teilweise aus der Region entgegenschlugen, habe er nicht persönlich genommen. Im Gegenteil: Er hat dafür gesorgt, dass das meiste Geld, das der Freistaat für das Projekt ausgibt, in der Region bleibt – etwa die geschätzten Metallbau- und Montagekosten in Höhe von 64000. Diese Aufträge gehen an Firmen in Markt Erlbach, Nürnberg und Neustadt an der Aisch. Mit der Planung ist das Nürnberger Architekturbüro Hering betreut. Nur das veranschlagte Künstlerhonorar von 63000 Euro wird Metzel wohl nicht in der Region ausgeben. Das nimmt er mit nach München.
