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Cadolzburg: Aus dem Heimatmuseum wird ein Kulturzentrum

Virtuose als Alleinstellungsmerkmal - 190000 Euro kostet Umgestaltung - 17.05.2012 10:16 Uhr

Aus dem ehemaligen Cadolzburger Rathaus soll ein Kulturzentrum werden, das nicht nur die Bürger der Gemeinde interessiert.

Aus dem ehemaligen Cadolzburger Rathaus soll ein Kulturzentrum werden, das nicht nur die Bürger der Gemeinde interessiert. © Heinz Wraneschitz


Johann Georg Pisendel: Der 1687 in Cadolzburg geborene Geiger und Komponist soll als „Alleinstellungsmerkmal“ dafür sorgen, dass die zwei Häuser aus dem 16. Jahrhundert mit ihrem modernem Verbindungsbau Besucher über die Region hinaus anziehen. Pisendel war laut dem Internetlexikon Wikipedia „der bedeutendste deutsche Violinvirtuose des Spätbarock“. Gearbeitet hat er bis zu seinem Tod als Konzertmeister der Dresdener Hofkapelle.

„Neues Museum Cadolzburg“: Dieser Titel ist einer von vielen, die Weitzel-Mudersbach und Bürgermeister Bernd Obst viel zugkräftiger finden als den schlichten Begriff Heimatmuseum. Doch nicht nur der Name soll das Cadolzburger Denkmalhaus von üblichen Heimatmuseen unterscheiden und Besucher anlocken.

Edith von Weitzel-Mudersbach, in Unternzenn wohnende, europaweit tätige Kunsthistorikerin, Kunstpädagogin und Denkmalschützerin, sichtet gerade die immens große Sammlung. Sie will daraus eine interessante Präsentation nach neuesten europäischen Museumsrichtlinien zusammenstellen. Mit pädagogischer Begleitung sei das Ganze dann gerade für Schulklassen interessant. Es werde aber auch „für Besucher aller Alterstufen erfassbar und lebendig gestaltet“, verspricht die Wissenschaftlerin.

Doch bis es soweit ist, muss Weitzel-Mudersbach erst einmal warten, bis das alte Rathaus und das daneben stehende Püttrichhaus generalsaniert sind: 920000 Euro lässt sich das die Gemeinde kosten; alleine 200000 Euro kostet die Renovierung des Fachwerks. Wobei der Freistaat Bayern zum Umbau 60 Prozent zuschießt.

Mindestens 190000 Euro kostet es, um drei Hauptbereiche museal und pädagogisch in Szene zu setzen: Geschichte des Marktes, aktuelle und Sonderausstellungen und natürlich Johann Georg Pisendel.

Edith von Weitzel-Mudersbach hofft, dass ihre Verbindungen bis zur EU oder zu bayerischen Denkmalbehörden helfen, Kooperationen zu schmieden. Darunter ist auch der Wunsch, mit der staatlichen Schlösserverwaltung gemeinsam die nahe Hohenzollernburg „zu bespielen“. Auf jeden Fall solle „die Blick- und Bezugsachse zur Burg in unser Haus eingebunden werden“, meint Weitzel-Mudersbach. 

Heinz Wraneschitz

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