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„Das ist natürlich Unsinn“, erklärt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann auf NZ-Anfrage. Am Samstag hat der Vorstand des CSU-Bezirksverbandes Mittelfranken in Roth über das Papier beraten. In Roth wird im Februar der Bürgermeister neu gewählt. Da wäre es für den CSU-Kandidaten Ralph Edelhäußer schwierig zu erklären, wenn etwa Roth von der Entwicklung des Ballungsraumes Nürnberg-Fürth-Erlangen-Schwabach abgekoppelt werden solle.
So etwas habe der Zukunftsrat aber mitnichten empfohlen, betont Herrmann, der CSU-Bezirkschef. Zwar stimme es, dass das Gremium rät, die Zentren zu stärken; das sei auch „absolut richtig“, so Herrmann und es decke sich mit den Beschlüssen der CSU-Mittelfranken. Doch übersehen werde, das in dem Papier ausdrücklich auch von der Förderung des ländlichen Raumes und dessen Vernetzung mit den Zentren die Rede ist. Offenbar haben die Kritiker das Papier nicht gelesen, meint der Minister.
Angewendet auf Mittelfranken würde unter die Förderung des ländlichen Raumes etwa der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs fallen. Zwar sei Nürnberger S-Bahnnetz nun ausgebaut; doch wenn man sehe, was alles nicht funktioniere und wieviele Züge verspätet ankämen, dann sei das „unmöglich“, kritisierte Herrmann in Richtung Deutsche Bahn. Hier erwartet er rasche Abhilfe. Außerdem wolle die CSU-Mittelfranken „alles tun“, um den Bundeswehr-Standort Roth zu erhalten.
Gefordert sei bei der Förderung des ländlichen Raumes vor allem auch der Staat, etwa beim Ausbau des Straßennetzes, der Städtebauförderung oder der regionalen Wirtschaftsförderung. „Kein einziger Quadratkilometer darf aufgegeben werden.“ Dass in dem Gutachten davon die Rede ist, dass Oberfranken sich auch in Richtung Sachsen und Niederbayern sich nach Österreich orientieren solle, sei ebenfalls „nicht falsch“, findet Herrmann; allerdings müsse die Diskussion noch „politisch“ geführt werden.
Dem Zukunftsrat, geführt von Prof. Herbert Henzler, gehören auch Persönlichkeiten aus der Region Nürnberg an, so Uni-Präsident Prof. Karl-Dieter Grüske und Wolfgang Dehen, Chef von Siemens Energy in Erlangen.
