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Der "allerkleinste" Weihnachtsmarkt

Gutzberg unterbietet Ammerndorf um eine halbe Bude - 17.12.2011 09:00 Uhr

STEIN  - Was die können, können wir schon lange, hatte sich Georg Geißelbrecht gedacht als er im Fernsehen den kleinsten fränkischen Weihnachtsmarkt sah. Der hat in Ammerndorf im Landkreis Fürth nur eine einzige Bude. Den kleinsten gab es schon – den größten können sie nicht erreichen. "Darum bauen wir jetzt den Allerkleinsten", sagt Geißelbrecht, Vereinsvorsitzender des Dorfgespräch Gutzberg e.V.

Die Männer stellen die halbe Bude auf, die Frauen schmücken sie anschließend: In Gutzberg entsteht  der allerkleinste Weihnachtsmarkt Frankens. Georg Geißelbrecht (links) will damit den Ortszusammenhalt fördern.
Die Männer stellen die halbe Bude auf, die Frauen schmücken sie anschließend: In Gutzberg entsteht der allerkleinste Weihnachtsmarkt Frankens. Georg Geißelbrecht (links) will damit den Ortszusammenhalt fördern.
Foto: Roland Fengler
Die Männer stellen die halbe Bude auf, die Frauen schmücken sie anschließend: In Gutzberg entsteht  der allerkleinste Weihnachtsmarkt Frankens. Georg Geißelbrecht (links) will damit den Ortszusammenhalt fördern.
Die Männer stellen die halbe Bude auf, die Frauen schmücken sie anschließend: In Gutzberg entsteht der allerkleinste Weihnachtsmarkt Frankens. Georg Geißelbrecht (links) will damit den Ortszusammenhalt fördern.
Foto: Roland Fengler

An diesem Samstag stellen sie in Gutzberg, einem Ortsteil von Stein, darum keine ganze, sondern nur eine halbe Bude auf. Zwei Meter breit wird sie sein, aber dennoch nicht komplett: „Wir lassen einfach ein Seitenteil weg.“ Schon haben sie ihren Rekord.

„Der Name soll ein Zugpferd sein“, sagt Geißelbrecht. Er hofft, dass dadurch viele Gutzberger am Sonntag zum Weihnachtsmarkt kommen. Knapp 150 Einwohner hat der Ortsteil, davon sind 40 im Dorfverein. „Wir wollen das Gemeinschaftsleben im Ort aufrechterhalten“, sagt Geißelbrecht. Denn jeder kenne sich hier von Geburt an, der ein oder andere winke sich auch mal über die Straße hinweg zu. Aber die Zeiten, in denen man sich täglich im Milchladen traf, die sind vorbei. „Darum plaudern die Leute überhaupt nicht mehr miteinander“, bedauert der Vereinsvorsitzende.


Der Dorfgespräch e.V. will das ändern. Darum veranstalten sie jeden Sommer ein Weinfest für die Dorfbewohner und eine Walpurgisnacht für die Kinder. Schaukeln für den Spielplatz hat der Verein schon gekauft und die Männer haben zusammen den hässlichen Zaun entlang der Ortsstraße ersetzt. Einen Weihnachtsmarkt hatten sie bislang noch nie.

Darum soll der in diesem Jahr neu ins Programm kommen. „Das probieren wir jetzt mal aus“, sagt Geißelbrecht. Die Männer stellen die halbe Bude auf, die Frauen schmücken sie anschließend. „Tannenbäume und Äste müssen wir Männer auch besorgen. Die Damen haben uns genau erklärt, was sie noch brauchen.“ Die Aufgaben sind klar verteilt.

Der Verein hat einen Glühwein-Test veranstaltet, mit eigenen Rezepten, zum Üben für den großen Tag. Der beste wird am Sonntag auf dem ersten, allerkleinsten Weihnachtsmarkt verkauft. Außerdem gibt es am Stand „Schlotengeli“, das sind warme oder kalte, geräucherte Bratwürste mit Meerrettich aus dem Dorfladen und Wienerle für die Kinder und Weihnachtsgebäck. „Das Geld, das wir einnehmen, verwenden wir für die Silvester-Feier“, erklärt Geißelbrecht. Da schüren sie ein großes Feuer auf der Straße und verteilen Sekt, damit alle Gutzberger aus ihren Häusern kommen und sich gegenseitig ein gesundes, neues Jahr wünschen.

„Sogar der Bürgermeister ist froh, dass wir so viel machen“, sagt Geißelbrecht. Darum kommt Kurt Krömer, Bürgermeister von Stein, am Sonntag und eröffnet den allerkleinsten Weihnachtsmarkt um 10.30 Uhr. Vielleicht ist es auch der kürzeste, denn der Markt endet um 16 oder 17 Uhr schon wieder. „Je nachdem wieviel Andrang wir haben.“ 

Christina Merkel


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