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Deutschland hat den Superstar und Franken seinen Supernarr. Lustig sollte er sein, das Publikum mitreißen können und im Idealfall sogar aus Nordbayern kommen. Diese Kriterien hat Jochen Schaible in der Comödie in Fürth mit Bravour erfüllt und darf sich deshalb nun „Frankens erster Supernarr“ nennen.
Mit seinem Sieg in der am Donnerstag ausgestrahlten neuen TV-Talentschau des Bayerischen Rundfunks (BR) hat sich der Mann aus Ehingen (Kreis Ansbach) außerdem einen Platz auf der Bühne der quotenstärksten BR-Sendung erarbeitet – der „Fastnacht in Franken“ aus Veitshöchheim. Dort wird sich Schaible erstmals neben bekannten Kabarettisten und Komikern vor einem Millionenpublikum beweisen.
Für fünf andere Gruppen und Solisten hat es im Finale der Castingshow „Franken sucht den Supernarr“ nicht gereicht. Begeistert haben sie dennoch. Ob launige Männer-Tanzgruppen, ein lästernder Akkordeonspieler oder singende Darsteller – das Publikum schunkelt und klatscht bei allen begeistert mit. Auffällig ist nur: Nicht eine einzige Frau hat es ins Finale geschafft. Nur männliche Kandidaten buhlen um die Gunst der Jury.
Die lässt sich gern um den Finger wickeln und spart im Finale nicht mit Lob und guten Worten. Radiomoderatorin Katja Wunderlich, Komiker Martin Rassau und der Veitshöchheimer Sitzungspräsident Bernd Händel betonten bereits vor Beginn der neuen BR-Sendung, dass sie die Kandidaten nicht fertigmachen wollten. Und während sie in den beiden Halbfinals noch chancenlose Anwärter gnadenlos mit dem Druck auf den roten Knopf herausbuzzerten, bleibt den Finalisten der Aus-Knopf erspart.
Mit nicht ganz unbekannten, aber durchaus gut erzählten deutsch-englischen Wortwitzen reimte sich Schaible in die Herzen der Jury. Schon deren Urteile lassen erahnen, dass der Musical-Darsteller zu den Favoriten gehört. Auf seinen Auftritt hin lassen sich Wunderlich, Rassau und Händel noch am ehesten aus der Reserve locken und witzeln fleißig mit.
Mit fränkischem Dialekt gab er Sprüche im Stil von „Fischers Fritz fischt frische Fische“ zum Besten, ohne sich auch nur im Ansatz zu verhaspeln. Seinen Trick für erfolgreich gelernte internationale Zungenbrecher verrät der Sieger direkt nach seinem Auftritt. „Lernen im Schlaf“ sei seine Taktik in der Vorbereitungszeit gewesen. Immer und immer wieder habe er sich die Zettel mit dem Zungenbrecher vorgelesen – vor allem drei Uhr nachts. „Und so arbeitete es Nacht für Nacht.“
Die passende Narrenkappe zum Titel erhielt der Supernarr aus den Händen des Präsidenten des Fränkischen Fastnachtsverbandes, Bernhard Schlereth. „Dem König eine Krone, dem Knappen eine Kappe.“
