|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
Der Fall Rudi Assauer hat es jüngst der Öffentlichkeit vor Augen geführt: Mit der allgemein steigenden Lebenserwartung steigt auch die Zahl der Demenzerkrankungen. Ein Gegenmittel ist bislang nicht in Sicht. Aber dass der angemessene Umgang mit betroffenen Patienten deren Leben wesentlich verbessern kann, weiß man längst.
Doch das war nicht immer so. „Vor zehn Jahren war eine Demenzerkrankung ein viel größeres Tabu als heute“, sagt Elfi Ziebell von der Angehörigenberatung e.V. Nürnberg. Auch bei den Mitarbeitenden der ambulanten Pflegedienste gab es zuerst wenig Bewusstsein für die Erkrankung und viel Hilfebedarf im Umgang damit.
Herta Gräf, Pflegedienstleiterin bei der Diakonie Neustadt/Aisch, bestätigt das: „Viele unserer Mitarbeitenden dachten erst, so was gäbe es bei uns gar nicht. Wenn Patienten verwirrt waren, schoben sie es auf das Alter.“Aus dieser Sichtweise ergaben sich immer wieder problematische Situationen, unter denen Pflegekräfte und Patienten gleichermaßen zu leiden hatten. Immer öfter sei es dazu gekommen, dass Mitarbeitende nicht mehr zu bestimmten Patienten wollten, weil diese sich beispielsweise hartnäckig weigerten, sich waschen zu lassen oder sich anzuziehen, erzählt Gräf. „Erst durch die Schulung der Angehörigenberatung sind wir auf die Demenz-Problematik aufmerksam geworden.“ Und nicht nur das: „Unsere Mitarbeitenden können inzwischen viel besser mit dementen Patienten umgehen“, berichtet die Pflegedienstleiterin. Zudem habe man spezielle Angebote für Demenzkranke und deren Angehörige entwickelt.
Die Diakonie Neustadt/Aisch ist kein Einzelfall. Laut einer Evaluation der Angehörigenberatung sind die teilnehmenden ambulanten Dienste und deren Mitarbeitende fast durchweg zufrieden mit der Schulung, die inzwischen um eine zweite und dritte Stufe erweitert wurde. Seit dem Start des Qualifizierungskonzepts haben 146 von 269 mittelfränkischen Pflegediensten den Kurs in Anspruch genommen. Die Finanzierung des für die Teilnehmer kostenlosen Angebots übernimmt der Bezirk mit jährlich 41.160 Euro. Ist mindestens die Hälfte der Mitarbeitenden eines Dienstes geschult, bekommt die Einrichtung ein Zertifikat, das vom Bezirk im Rahmen der Qualitätssicherungsprüfungen anerkannt wird.
