|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
An der Universität Bamberg wird gefeiert, dass ein Antrag in die Endausscheidung der Exzellenzinitiative gekommen ist: „Dies ist ein großer Erfolg, der zeigt, dass wir in der sozialwissenschaftlichen Forschung bundesweit eine absolute Spitzenposition einnehmen“, meint Präsident Godehard Ruppert.
Nur in Erlangen ist die Ernüchterung groß. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Wissenschaftsrat haben alle fünf Anträge der zweitgrößten Universität Bayerns in der Vorrunde abgelehnt. Der Traum, wie die beiden Münchner Universitäten „Elite-Uni“ zu werden, ist damit endgültig geplatzt. „Wir müssen das alles erst noch verdauen und wollen über die Gründe nicht spekulieren“, sagt der Erlanger Vizepräsident Hans-Peter Steinrück.
In Erlangen ist das Aus im Vorentscheid zur Exzellenzinitiative Gesprächsthema Nummer eins. Gerüchte, Neid, Schadenfreude, Traurigkeit: alles spiegelt sich in den Umfragen bei Professoren und Uni-Mitarbeitern wieder. Gemein ist allen, die sich kritisch äußern, dass sie nicht namentlich genannt werden wollen. „Die Uni Erlangen hat damit den Sprung von der Regionaluniversität zur Exzellenzuniversität in der Forschung doch nicht geschafft“, lästert ein Hochschullehrer. „Die Beteiligung an der Exzellenzinitiative war ohnehin Zeitverschwendung, weil sowieso klar war, dass die Uni Erlangen ihr Zukunftskonzept nicht durchbringt, weil sie einfach nicht in der Champions League mitspielt.“
An anderer Stelle an der Uni Erlangen wird gar spekuliert, wie lange Präsident Karl-Dieter Grüske noch im Amt bleibt. Im Dezember wird der Volkswirtschaftler 65 Jahre. Bei seiner Wahl hatte er angekündigt, er wolle den Führungsstab womöglich früher weitergeben, ohne sich auf ein Datum festzulegen. Vize Steinrück dementiert diese Gerüchte: „Der Präsident ist für die volle Amtszeit angetreten. Es gibt kein Signal, dass er seine Meinung geändert hat.“ Für die NZ war Grüske wegen seiner Mexiko-Delegationsreise mit Wissenschaftsminister Heubisch nicht zu sprechen. Es gilt allerdings als höchst unwahrscheinlich, dass der äußerst ambitionierte und zielstrebige Präsident innerhalb eines Jahres in den Ruhestand tritt. Amtsmüde wirkt er nicht.
Andere Professoren halten die Diskussionen ohnehin für überzogen: „Der 1.FC Nürnberg legt auch eine gute Saison hin, obwohl er im Europapokal nicht mitspielt.“ Vermutlich sorgt das Thema „Elite-Uni“ für derart viel Gesprächsstoff, weil es innerhalb der Hochschulleitung sehr hoch gehängt worden war. Aber auch an der Uni Würzburg, die ebenfalls mit ihren Anträgen gescheitert ist, ist die Enttäuschung enorm.
Pikantes Details am Rande: Mit dem Antrag für den Forschungsschwerpunkt „Medizinischer Immunologie-Campus Erlangen“ ist ausgerechnet Grüskes Intimfeind, der Virologe Bernhard Fleckenstein, als einer der Beteiligten gescheitert. Vor Grüskes erster Wahl hatte Fleckenstein gegen ihn als Rektor kandidiert und ihm später als Dekan der Medizinischen Fakultät des öfteren das Leben sehr schwer gemacht.
