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Flächen für Windenergie künftig dreimal so groß

Jetzt weht ein neuer Wind in der Region - 06.02.2013 10:19 Uhr

LANGENZENN/NÜRNBERG  - Nicht nur in Westmittelfranken, auch in der Industrieregion Mittelfranken soll der Ausbau der Windkraftnutzung vorangehen. Allerdings nur auf dafür vorgesehenen Flächen. Diese sind künftig dreimal so groß wie bisher. Das hat der Regionale Planungsverband beschlossen.

Windkraftwerke bei Wilhermsdorf. Nun sollen in der Nähe, im Nordosten von Laubendorf, weitere sechs Rotoren aufgestellt werden – noch etwas höher und leistungsstärker als die vorhandenen.
Windkraftwerke bei Wilhermsdorf. Nun sollen in der Nähe, im Nordosten von Laubendorf, weitere sechs Rotoren aufgestellt werden – noch etwas höher und leistungsstärker als die vorhandenen.
Foto: Heinz Wraneschitz
Windkraftwerke bei Wilhermsdorf. Nun sollen in der Nähe, im Nordosten von Laubendorf, weitere sechs Rotoren aufgestellt werden – noch etwas höher und leistungsstärker als die vorhandenen.
Windkraftwerke bei Wilhermsdorf. Nun sollen in der Nähe, im Nordosten von Laubendorf, weitere sechs Rotoren aufgestellt werden – noch etwas höher und leistungsstärker als die vorhandenen.
Foto: Heinz Wraneschitz

„Aus momentan rechtsverbindlichen 363 Hektar Vorrang- und 465 Hektar Vorbehaltsgebieten werden durch die beschlossenen Änderungen 740 bzw. 1780 Hektar.“ Dies hat am 21. Januar der Planungsausschuss der Industrieregion Mittelfranken entschieden, bestätigte dessen Geschäftsführer Thomas Maurer unserer Redaktion.

Zwar müssten diese Entscheidungen „noch formal zum Abschluss gebracht werden“, so Maurer. Doch die entsprechende „Verordnung wird in der nächsten Sitzung beschlossen und dann von der Regierung veröffentlicht“. Mehrere Jahre lang hatte das Kommunalgremium der Landkreise Fürth, Nürnberger Land, Roth und Erlangen-Höchstadt sowie der kreisfreien Städte zuvor um die Ausweitung der Windvorrang- und –vorbehaltsflächen gerungen.

Bereits beschlossene Anlagen werden gebaut

Was zumindest die Windplaner besonders freuen dürfte: „In Aufstellung befindliche Ziele haben Rechtsqualität“, ergänzte der Geschäftsführer. Beispiel Landkreis Fürth: Hier hat die Entscheidung vom 21. Januar bereits zu einer ersten Infoveranstaltung über neue „Bürgerwindräder“ geführt. Denn auch zwei neue Langenzenner Vorranggebiete sind nun im Regionalplan einzutragen. Sie sind bezeichnet als WK41, nördlich von Kirchfembach, ausreichend für zwei Windräder; das größere heißt WK42 und bietet Platz für insgesamt sechs Maschinen.

Das WK42 hat der Markt Erlbacher Windplaner Erich Wust bereits seit anderthalb Jahren im Blick. Er will darauf sechs Anlagen mit je drei Megawatt maximaler Stromerzeugung errichten, finanziert von der heimischen Bevölkerung. Die Pachtverträge mit den 45 Eignern der Flächen hatte Wust bereits vorsorglich geschlossen. Gerade mal eine Woche nach der Verbandsentscheidung lud er Interessierte ein und informierte über die Beteiligungsmöglichkeiten. Und schon Ende 2013 sollen die Anlagen ihren Strom über Leitungen ins Umspannwerk Raindorf der N-Ergie AG einspeisen.

Pech für Erich Wust und die Regionalplaner: Wenige Tage nach der Entscheidung für die Ausweitung der Windflächen hatte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) eine „Bremse“ für das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) angekündigt. Das EEG bildet durch die festen Einspeisevergütungen die Grundlage für Projektkalkulationen. Wust kann deshalb zurzeit nicht mit Sicherheit sagen, ob die errechnete Wirtschaftlichkeit für die neuen Windmühlen eintreten wird.

Jedenfalls besiegeln Gutachten des Velburger Windexperten Josef Guttenberger und des TÜV Süd Industrieservice Regensburg, dass der Wind auf der geplanten Nabenhöhe von 140 Metern hier mit über 5,6 Metern pro Sekunde im Durschnitt bläst. 5,5 m/s sind für Regionalplaner der Grenzwert, ab dem Vorrangflächen ausgewiesen werden können.

85.000 Euro Pacht für Grundstücksbesitzer pro Jahr

Deshalb will Wust über die „Bürgerwindenergie Langenzenn GmbH & Co. KG, Sitz Langenzenn“ trotzdem 29 Millionen Euro in das Projekt investieren. 30 Prozent davon sollen Kommanditisten aus Langenzenn und den Nachbarorten als Eigenkapital, den Rest Banken durch Kredite aufbringen. Dafür bekommen die Anteilseigner über die Laufzeit von 20 Jahren „eine Ausschüttungsquote von 220 Prozent, die Rendite steigt über die Zeit an.“ Geld fließe von Anfang an auch in den Langenzenner Stadtsäckel, und jedes Jahr 85000 Euro Pacht an die Grundstücksbesitzer, so Erich Wust.

Wust hält die Aussagen Altmaiers, der Strompreis steige wegen des Ausbaus der Wind- und Solarenergie, für „unqualifziert“. Nun würden viele, die Altmaier glauben, „den Beutel zumachen“. Auch der CSU-Bundestagsabgeordnete Josef Göppel aus Herrieden (Kreis Ansbach) fürchtet, die deutsche Ökostromwirtschaft könnte zusammenbrechen.

  

Heinz Wraneschitz


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