23°C
Donnerstag, 24.05. - 11:36 Uhr
Login
Info
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos!
Passwort vergessen
Info
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!

E-Mail-Adresse
Druckversion

GFE-Gläubiger mit leeren Händen

Versammlung der insolventen GFE brachte traurige Gewissheit - 28.05. 13:00 Uhr

Nürnberg  - Hans Raab, Insolvenzverwalter der zahlungsunfähigen GFEmbH, raubte 130 Käufern und vielen Anwälten am Freitag in Nürnberg die letzte Hoffnung, doch noch funktionierende BHKW zu bekommen. Im Gesellschaftshaus Gartenstadt fand die Gläubigerversammlung des Blockheizkraftwerk-Anbieters aus der Dieselstraße statt.


Auch der Firmensitz der GFE mbH und der GFE Production in Nürnberg wurde am 30. November 2010 von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Die Ermittler gehen nach wie vor von einem Betrugsskandal mit rapsölbetriebenen Blockheizkraftwerken aus.
Auch der Firmensitz der GFE mbH und der GFE Production in Nürnberg wurde am 30. November 2010 von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Die Ermittler gehen nach wie vor von einem Betrugsskandal mit rapsölbetriebenen Blockheizkraftwerken aus.
Foto: Michael Matejka
Auch der Firmensitz der GFE mbH und der GFE Production in Nürnberg wurde am 30. November 2010 von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Die Ermittler gehen nach wie vor von einem Betrugsskandal mit rapsölbetriebenen Blockheizkraftwerken aus.
Auch der Firmensitz der GFE mbH und der GFE Production in Nürnberg wurde am 30. November 2010 von der Staatsanwaltschaft durchsucht. Die Ermittler gehen nach wie vor von einem Betrugsskandal mit rapsölbetriebenen Blockheizkraftwerken aus.
Foto: Michael Matejka

Aus Deutschland und Österreich waren viele jener 1254 BHKW-Käufer persönlich angereist, die zwischen Januar und November 2010 insgesamt 60354694,31 Euro auf GFE-Konten überwiesen hatten. Andere hatten ihren Anwalt nach Nürnberg geschickt – ein Unterfranke vertrat allein über 400 Geschädigte.


Mitreisende Ehe- oder Geschäftspartner mussten zwischen 13 und 16.45 Uhr vor dem Saal bleiben. Drinnen tagte die Geschlossene GFE-Gesellschaft, draußen machten sich Ausgeschlossene Luft: „In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich, wo nur Juristen das Sagen haben?“

Insolvenz-Fachanwalt Hans Raab aus Emskirchen (Kreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim) berichtete denen drinnen: Von dem überwiesenen Geld sollen noch 12,3 Millionen Euro auf Konten der GFE-Energy AG lagern. Was jener unterfränkische Anwalt nun wohl zum Anlass nehmen will, auch für diese Schweizer Firma Insolvenz zu beantragen. „Wegen der Unmöglichkeit der Leistungserbringung“, wie Raab erläuterte.

Über Erfolgsaussichten war gestern indes noch nichts zu erfahren. Einen Beschluss fassten die Geschädigten dagegen, was mit Containern, Motoren „und allem, was rumsteht“ auf dem GFE-Gelände an der Daimlerstraße passieren soll: Raab wird es meistbietend verkaufen. Zurzeit liegt das Angebot der „professionellen Verwertungsgesellschaft Carus über 1,9 Millionen Euro“ plus Gewinnbeteiligung vor. Der Verwalter hofft aber, ein großer Energiekonzern werde 50 Prozent mehr bieten.

Drei bis vier Jahre werde das Insolvenzverfahren dauern, so Raab zu den Gläubigern. Zwar hat die Veranstaltung bei vielen BHKW-Käufern zu Frustration geführt, wie eine Umfrage vor Ort ergab. Doch einige glauben weiterhin, dass die GFE-Kraftwerke funktioniert hätten, wenn die Staatsanwaltschaft nicht am 30. November die Geschäftstätigkeit beendet hätte. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, so ein Betroffener. 



Heinz Wraneschitz

Mail an die Redaktion

Ihr Kommentar

Name:
 
Info
Bestätigungswort

Um Ihren Kommentar abzusenden, geben Sie bitte das Bestätigungswort ein. Nicht lesbar? Erzeugen sie durch Klick darauf einen neuen Text.



Zum Thema
gfe_group



Kurzbeschreibung:
Ein angeblich hocheffizienter Pflanzenölmotor in Blockheizkraftwerken (BHKW) sollte 1300 Anlegern hohe Renditen bringen - es wurden jedoch nur sehr wenige Anlagen in Betrieb genommen. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt jetzt wegen Betrugsverdachts gegen die Nürnberg-Schweizer GFE-Energy-Group (Gesellschaft zur Förderung erneuerbarer Energien) und 47 Beschuldigte, von denen sich sieben in U-Haft befinden. Die Polizei geht von 62 Millionen Euro Schaden aus (Stand August 2011).