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Am Montag ging es vor der Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht München einmal nicht um den Erwerb von „toxischen“ US-Immobilien-Papieren, welche die Bank Ende 2008 an den Rand des Zusammenbruchs geführt hatten.
Auch nicht um den Erwerb der Kärntner Hypo Group Alpe Adria (HGAA), bei welchem der bayerische Steuerzahler mit 3,75 Milliarden Euro auf der Strecke blieb, sondern um den Verkauf der Formel1-Anteile, welche der BayernLB beim Konkurs des Kirch-Medienimperiums zugefallen waren.
Dabei sollen, wie berichtet, jede Menge Bestechungsgelder geflossen sein, unter anderem in die Taschen des wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung angeklagten Ex-Vorstands Gerhard Gribkowsky.
„Bewusst“, so der Zeuge Naser am Montag, hätten die Banker verschwiegen, dass im Zuge des Formel1-Verkaufs an die Investorengruppe CVC von der Bank an den Rennzirkus-Chef und Milliardär Bernard Ecclestone und an den von ihm beherrschten „Bambino Trust“ insgesamt mehr als 66 Millionen Dollar an "Provision" geflossen waren.
Die 41,4 Millionen US-Dollar für Ecclestone und ein „Ausgleich“ für den Trust in Höhe von 25 Millionen Dollar sind nach Auffassung der Staatsanwalt zum größten Teil wieder an den Landesbank-Risikovorstand Gribkowsky über verschlungene Wege zurückgeflossen. Wenn er das gewusst hätte, so Naser, hätte er Gribkowsky „sofort gefeuert“.
Er hätte keine Probleme gehabt, die zweistelligen Provisionen zu bewilligen, sagte der in Sommerach sein Pensionistendasein genießende Naser den Richtern. Der Verwaltungsrat sei nämlich mehr als froh gewesen, die von Kirch unfreiwillig übernommenen Anteile am Formel1-Rennzirkus endlich los zu werden. Nach Jahren vergeblicher Anstrengungen sei das der vom Angeklagten Gribkowsky eingefädelte Verkauf „wie ein Sechser im Lotto“ vorgekommen.
Eike Hallitzky, der Landesbank-Experte der grünen Landtagsfraktion, widerspricht der „Legendenbildung“, Gribkowsky habe für die BayernLB mit dem Verkauf der Formel1-Anteile an die Finanzinvestor-Gruppe CVC für rund 840 Millionen US-Dollar einen für seine Bank sensationell günstigen Coup gelandet. Die Automobilhersteller waren aus Verärgerung und Frust über den intransparenten und teuren Formel1-Zirkus Ecclestones drauf und dran gewesen, eine Konkurrenz-Rennserie aufzuziehen, was den Wert der Formel1-Anteile erheblich gemindert hätte.
Die ehemaligen Autokonzern-Vorstände Eckhard Codes (DaimlerChrysler) und Burkhard Göschel (BMW) bestätigten am Montag als Zeugen zwar, dass die Überlegungen für einen eigenen Rennzirkus schon weit fortgeschritten gewesen seien. Letztlich aber habe man davon Abstand genommen, unter anderem, weil die wichtigste Renn-Marke Ferrari nicht mitgezogen habe.
Und dann sagte Göschel den vielleicht entscheidenden Satz: Der Verkauf an CVC habe zu einem Zeitpunkt stattgefunden, "als das Thema alternative Rennserie eher schon im Abklingen war". Das bestätigt die Sichtweise des Grünen-Politikers Hallitzky. Alle Beteiligten hätten jedoch ein Interesse, an der Legende vom Super-Deal zu stricken.
